}-
alle diejenigen vor solchem Wasser hüten, die mit obgemeldten
Krankheiten behafft sind, wo die vrsach derselben nit von
kälte, sondern von hitze Jhren vrsprung haben; sonst werden
sie mehr schaden dann nutz von solchem gebrauch bekommen.
Vnd were gut, daß vnsere vermeinte ärtzt vnd vngeschickte
vnd vnerfahrene Schreyer dieses wol betrachteten vnd der
Minerischen vnd Metallischen Wasser art vnd eigenschafft
besser erlehrneten, würden sie nit durch jhren vngegründten
rath so vil Leuthe verderben vnd in gefahr bringen. Aber
wer nur weydlich schwätzen vnd liegen kan, denen gehet es
alles hin, zu dem so will die Welt betrogen seyn, geschicht
jhr derwegen nicht vnrecht, wann sie redlich betrogen wirdt.
Solcher art Erdbechischer Wasser haben wir in Teutsch-
land vil, als der ölbrunn bey dem Dorffe Lamperschloch
zwischen Hagnauw vnd Kronweißenburg, eine halbe Meil wegs
von dem Stätlen Werth, dem Wolgebornen Graven von
Hanau-Liechtenberg zugehörig. Darnach das Bad zu
Waldsborn in der Grafschaft Bitsch, ein Meil wegs von dem
Kloster Stürtzelbrunn. Diese beyde Wasser führen in sich
beyde ein Spiritualisch und Corporalisch Erdbech, wie auch
ein Fischweyer nicht weit von obgemeldtem Kloster, darinnen
grosse Felsen von Erdpech oder Schweffelkreiden sind, vnnd
auch viel Adern, die ein Erdbechisch Wasser geben, aber der
Zufluß deß Wildwassers von andern Adern ist zu groß, also
daß es an der Wirkung zu schwach ist. Das Ackarrer Bad
im Ober-Elsaß ist auch ein Erdbechisch Wasser, nicht weit
von Brisach, deßgleichen das Ratolfzeller Bad am unteren
Bodensee, Item der See bey dem Schloß Befergern in West-
phalen, von dem Landvolk das heilige Meer genannt. Der
Roderbrunn bey der Stadt Baderborn im Stifft Münster, deß-
gleichen Bader der Fluß in Westphalen, der Hungerbrunn bey
Rheinfelden, vnnd andere mehr dergleichen Wasser im Land
zu Braunschweig vnnd anderen orten Teutschlands, In fremden
Nationen der See Asphaltites im Jüdischen Land, der See in
Babylonien Limnasphaltites. Item Sankt Bartholomei Bad in
der Paduaner Gebiet vnd Oberkeit, vnnd das ölbad im König-
reich Neapolis, Balneum Petrolei. Weil denn aber vnter den
obgemeldten Wassern etliche anderer Mineren vnd Metallen
Subtiliteten vund kräfft neben den Subtiliteten deß Erdbechs
oder Schweffelkreiden vermischt mit sich führen, wirdt weiter
davon im zweyten Buch an einem jeden ort gehandelt werden,
dahin wir den Leser gewisen haben wöllen. ....“
Auch diese Ausführungen des Bergzaberner Arztes
müssen natürlich mit jener Vorsicht aufgenommen werden,
die naturwissenschaftlichen Schriften des 16. Jahrhunderts
yegenüber im allgemein angebracht ist. Wenn man zudem
die Angaben Günthers von Andernach, Rulands, Etschen-
reutters und des Tabernaemontanus miteinander vergleicht,