Full text: Band 2 (2)

Vom Saarbrücker Hofe 
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wärtigen und gegen seine vielen sonstigen Gegner nicht halten; so 
fand er im December 1780 seine Entlassung. 
Choiseul wies ihn schon 1769 darauf hin, wie er in Folge 
von alten Ansprüchen die Würde eines Granden von Spanien 
erreichen könnte, und König und Minister boten ihren Einfluß zu 
diesem Zwecke am Madrider Hofe auf. Endlich 1780 wurde er 
wirklich Grande von Spanien; damit errang er zugleich die Würde 
eines duc-pair von Frankreich und rangirte am Hofe unter dem 
ersten Hundert des französischen Adels. Gleicherweise unterstützten 
ihn König und Ministerium, als er die Würde eines deutschen 
Reichsfürsten zu erringen suchte. Dabei berief er sich auf alte 
Zusagen aus der Zeit des 30jährigen Krieges und der Schlacht 
am Weißen Berge 1620. Damals hatte einer seiner Vorfahren 
dem Kaiser ein Regiment zugeführt. 1774 erlangte er vom 
Wiener Hofe diese Würde, hatte freilich auch die Unkosten mit 
100 000 Fres. zu tragen. — Montbarey selbst bezeichnet seine 
Gattin als „stolz, ja vielleicht hochmütig“; wenn man sich die 
Zeiten des Versailler Hofes vor Augen stellt, kann man sich einen 
Begriff davon machen, was diese Rangerhöhungen für die Familie 
—D— 
Staunen und Neid bis in die entlegensten Adelsschlösser: Die 
Fürstin Montbarey wird der Königin Marie Antoinette als Fürstin 
des Empire vorgestellt; die Fürstin Montbarey erhält feierliche Audienz 
als Grande von Spanien! sie besitzt das Recht des Tabouret, d. 
h. sie darf sich in Gegenwart von König und Königin niedersetzen. 
Sollte nicht auch die Tochter gleiche Ehre erhalten? Die Gunst 
des Hofes verschaffte dem geschmeidigen Hofmanne noch ferner die 
Aussicht auf beträchtliche Einkünfte und neue Auszeichnung, indem 
er 1777 die Anwartschaft auf die Reichsvogtei Hagenau erhielt 
über die 10 (ehemaligen) Reichsstädte im Elsaß; freilich starb der 
Inhaber erst am 30. Mai 1789, und die Revolution ließ den 
Fürsten Montbarey nur wenige Monate im Besitze. Außer den 
reichen Einkünften aus den Familiengütern und den vielen Erb— 
schaften, außer der glänzenden freien Wohnung im Arsenal bei 
der Bastille in Paris war die Familie noch mit sehr einträglichen 
Pensionen ꝛc. ausgestattet, wie sie Montbarey aufzählt (3, 27. 28):
	        
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