Full text: Band 2 (2)

Gottlieb'sche Chronik. 1779. 
mit der Prinzessin Elisabeth von Montbarey, deren Herr Vater 
vom Kaiser Joseph in den Fürstenstand erhoben worden ist. Der— 
selbe ist Sr. Majestät von Frankreich Minister. Weil nun aber 
dieser Fürst und seine Prinzessin Tochter sich zur katholischen Kirche 
bekennen, so ist zur Aufrechthaltung der evangelischen Religion in 
hiesigen Landen zwischen den fürstlichen Häusern Nassau-Saar⸗— 
brücken, Usingen und Weilburg ein Traktat des Inhalts abgeschlossen 
worden, daß, wenn ein katholischer Fürst oder eine kathol. Fürstin 
hierorts zur Regierung kommen sollte, die herrschende evangelische 
Religion weder gekränkt noch annn digne werde. Diese Con— 
vention ist auf das Bündigste abgefaßt und von verschiedenen 
hohen Häusern, welche um die Garantie ersucht wurden, approbiret 
und garantirt worden. Nicht minder ist diese Convention noch 
während der Ferien dem Corpus Evangelicorum zu Regensburg 
producirt und von demselben gleichfalls approbirt und ratificirt 
worden: so daß in Ansehung einer Religionsänderung in den 
Nassauischen Landen nichts zu besorgen steht. 
Am 5. Oktober ist unsere künftige Erbprinzessin mit Hochdero 
Frau Mutter und Herrn Bruder hier angekommen. Die desfalls 
veranstalteten Empfangsfeierlichkeiten waren folgende: Unsere fürst— 
lichen Husaren ritten voran, dann kamen die Jäger des ganzen 
Landes zu Pferde, prächtig equipirt, hierauf die Kaufmannskom— 
pagnie zu Pferd, deren Uniform in einem feinen rothscharlachnen 
Rock mit Futtertuch und goldnen Borden, in feinen gelben Hosen und 
Weste bestand. Besagte 3 Compagnien, sowie viele von Adel und 
sämmtliche Parforcejäger sind mit einer neuen kostbaren Kutsche bis 
eine Stunde von hier an die lothringische Grenze besagten hohen 
Herrschaften entgegengeritten, um Hochdieselben hierher zu geleiten. 
Der Zug fand unter starkem Donner des Geschützes bis an das 
Schloß herein statt. Unten an der Treppe desselben wurde die 
Prinzessin von Ihren Durchlauchten, dem Fürsten und der Fürstin, 
sowie von dem Herrn Erbprinzen auf das Herzlichste empfangen 
und in die fürstlichen Zimmer begleitet. Am andern Tage, als dem 
5. Oct. wurde die hohe Vermählung im Schlosse vollzogen. Die 
Trauung verrichtete unter dem Donner der Kanonen der evange— 
lische Pfarrherr Mackler aus Mömpelgard in französischer Sprache,
	        
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