Full text: Wörterbuch der Mundart des Saarbrücker Landes

DS 
Sturtze — surre 
Sturtze [Sb, Fürstenh., stortse 
Sulzb., Raßw.] m. = 1. Strunk 
Stoppel; 2. [Raßw.] plur. = 
Kartoffelklöße. Kompos. Baam- 
sturtse; Kehlsturtse = Kohl: 
stränke. 
stutze [Sb] verb. refl. = sich 
stoßen. „Stutz Hämmelche!“ — 
Kinderspiel für kleine Kinder, 
wobei der Erwachsene seinen 
eigenen Kopf mit dem des Kin- 
des leicht  zusammenstößt. S 
dutzen. . 
Sturz [Sb] m. == 1. Sturz, 
Dim. Stirzje. Ein Stirzje machi 
besonders der Papierdrache der 
Jungen, wenn er aus der Lufi 
stürzt. 2. das Umackern des 
Feldes im Herbste: auch verb 
stirze. . 
Sud [süd Fürstenh., Uchtelf.] 
1, = Soda, 
sudele [sudele Sb] verb. = 
sudeln. Kompos, Sudelkäth 
— Kind, das sich beim Essen 
besudelt; Sudelbier == Tröpfel- 
hier. 
werden. Rds, „Wann’s nite 
wintert, sommerts aa nit“. 
Sünd, in Rds. „es es Send 
on Schand!“ [Sulzb.] = es ist 
sehr bedauerlich, z. B., daß etwas 
zugrunde gegangen ist. 
Sunn [sun Sb, son Sulzb.] f. 
= die Sonne. Rds, „Die Sunn 
geht rot uf‘ [Güd.] = es gibt 
Regen oder Wind; „die Sunn 
geht rot schlofe‘“ = es gibt 
schönes Wetter; „so klar wie 
die Sonn!‘ „Geh mr aus dr 
Sunn!‘** = Geh mir aus dem 
Licht! „Die Sunn brennt Blodere‘‘ 
's. d.) [Güd.] = brennt heiß 
Blasen). Kompos, Sunne- 
fuchtche (scherzhaft) und 
Sunneparabelche = Sonnen- 
schirm. Letztere Bildung aus 
Sunn und Paräplee = (franz 
parapluie. 
Supp [sub Sb, sob Sulzb.] f. 
die Suppe. Sprichw. „Wer sich 
e Supp inbrockt, muß se aa aus- 
esse“, Kompos. Erbsesupp 
etc.; Riwelsupp == Ribeln- 
suppe: KFranzosesupp = 
Gemüsesuppe; übertragen: Grum- 
melsupp krie'nn == Schelie be- 
kommen; Brennsupp krien = 
Prügel beziehen. Suppedudel, 
‚duschler = Topfgucker; Sup- 
peschwob == einer, der gern 
Suppe ißt; Suppestiel in Rds. 
„SO vun 100 Suppestiele her 
verwandt sin‘ == weit verwandt 
sein. Volksetymologische An- 
lehnung in sobeklug m. = 
superkluger; ‚ Sobephosphat 
Superphosphat. 
Surmus [sürmüs Fürstenh.. 
Güd.] n. = Sauerkraut. 
surre [Güd.] verb. = sich 
schnell vorwärts bewegen. 
sukele [sugele Sb, Güd., Dudw.] 
verb. = saugen. Rds. „ene 
aussukele“ = ausnützen. Vergl 
Marksukler. 
Sulwer [sulber, solber, Sulzb., 
sulwer Sb, Güd.] m. = Salz- 
lake, Pökelbrühe. Rds, „Fleisch 
in de Sulwer leje“; „er leit im 
Solber“ = er liegt betrunken 
oder im Katzenjammer zu Bett. 
Kompos. Sulwerfleisch. Verb, 
sulwere, insulwere. 
Summer [sumer Sb, someı 
Sulzb.] m. == der Sommer. 
Kompos. Sommerschzeit; 
Sommersprekele [Sulzb.] = 
Sommersprossen. Verb. som- 
mere€ = recht sommerlich
	        
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