Full text: Wörterbuch der Mundart des Saarbrücker Landes

‚5U 
Schmure — Schnawel 
Schmudeler m. = Schmeichler: 
Schmudellappe dass. Adi. 
schmudelig [auch Sb] = 
schmutzig. 
Schmure in Rds. „Schmurre 
mache“ [Gersw.] = beim Klicker- 
spiel dem Gegner Gelegenheit 
geben, den Klicker zu treffen. 
d. h, zu gewinnen. 
schmuse [&müse Sb, Sulzb., 
Güd., Uchtelf.] verb. = 1. sich 
bei jemand angenehm machen; 
2. schwätzen, sprechen. Schmus 
m. = unnütze Redensarten 
Subst. Schmuser [Sb, Uchtelf.1 
= 1. Schmeichler; 2. Schwätzer: 
Schmuslappe m. [Saarbr.. 
= Schmeichler. Kompos., 
anschmuse sich == sich an- 
schmeicheln. 
schmuttere [Sb früher] verb. 
faul riechen. 
Schmutz [Smots Uchtelf.] m. 
=— Aehren, die mit einer schwar- 
zen Masse umgeben sind. 
schmutze [Güd.] verb. = 
küssen. Subst. Schmutz m.=Kuß 
schmuze [Smütse Sb] ‘verb 
= schwach weiterglimmen. 
S. schmude. 
schnak [Sb] adj. = schlank 
gewachsen,‘ von Bäumen und 
Menschen, dann schneidig, adrett 
schnäke [Snege Sb, Sulzb. 
verb. = naschen. Subst. Schnä 
ker m., Schnäkert m. = Kost 
verächter; Schnäk f. == Lecker 
maul; Schnäkes n. == Gut’s, Adi 
schnäkig = feinschmeckerig 
schnappe [Snabe Sb, Sulzb.} 
verb. = 1. zubeißen; 2. nicken, 
zum Einverständnis. Subst. Jo- 
schnapper m. == einer, der zu 
alem ja sagt; „em gemäne Rat 
sitze louder Joschnapper“; 3. um- 
kippen (z. B. der Stuhl). Abl. 
Schnappe m. = Schirm an 
Mütze, Kompos.Schnappekapp 
= Schirmmütze. Dim. Schnäpp- 
che in Rds. „uf em Schnäppche 
sitze“ —. auf der Kante des 
Stuhles sitzen. Kompos. zum 
Gründwort: Schnappsack 
[Neunk.] m. == Brotbeutel. 
schnäppe [&nebe Sb, Snebe 
Sulzb.] verb. = entwenden. 
Subst. Schnäpper = Eein- 
schlagender Teil des Türschlosses. 
Fremde Tauben in einem Kasten 
einfangen (Schnappkasten). 
Daran war wohl eine Türe, die 
zuschnappte. 
schnäppere [Sb] verb. = leb- 
haft mit dem Kopfe nicken. 
Adj.schnäberig == schwatzhaft. 
schnarkse [Snargse Sb, Sulzb.] 
verb. = Sschnarchen. Komp. 
beschnarkse [Sulzb.] = be- 
schnüffeln, 
Schnatz [Gersw., Mainzweiler] 
adi. = schmuck. In St. Joh. 
auch Rds. „das macht sich 
schnatz“. ; 
Schnatze [Sb, Gersw.] m. = 
I, Riß; 2. Wunde. 
schnatzig [Sb] adj. =schnippig, 
vorlaut. 
Schnauf |Sulzb.] in Rds. „noch 
ke Schnauf kri’schde“ = gar 
nichts. 
schnaufig [Sulzb. schnoufig] 
adv. in Rds. „do geht’s schn. 
erof“ = der Weg ist steil. 
Schnawel [Sb, Sulzb.] m. = 
1. Schnabel, auch Mund.‘ Rds. 
„Do bleibt dr awer de Schnawel 
souver“ = davon bekommst du 
nichts! 2. lebhaft plaudernde 
Person. Verb. schnawele = 
lebhaft reden. Adj. schnawelig 
= jugendlich plaudernd, „so e 
schnawelig Mäde!“
	        
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