Full text: Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

sehr rasch ermüdet, die bequemste Neigung ist 700. Sie sollen nicht länger als 6G—8 
sein und auf Ruhebühnen stehen, um den Fahrenden Gelegenheit zur Erholung zu geben. 
Die Fahrten bestehen aus den Fahrtschenkeln und den Sprossen. Erstere sind meistens 
don Holz; an Punkten, an denen ein rasches Vermodern zu befürchten ist, werden Fahrt— 
schenkel aus Walzeisen oder Drahtseil angewendet. Fahrtschenkel werden meistens aus 
runden Stangen von Tannenholz hergestellt, indem dieselben zunächst mit den Sprossen— 
löchern versehen und sodann in 2 Hälften getrennt werden. Die Schnittflächen kommen 
nach außen. Die Sprossen müfssen flach sein; gewöhnlich nimmt man sie an den Enden 
52, in der Mitte 78 min hoch und 20—26 mm stark. 
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273. 
274 
275 
Seilfahrung in Schächten erfolgt in der Weise, daß die Fahrenden sich in das Förder— 
gestell stellen und von der Fördermaschine eingesenkt oder herausgezogen werden. Die 
Geschwindigkeit darf 6 im nicht übersteigen. Das Fördergestell muß so verschlossen sein, 
daß keiner der Fahrenden durch Ausstrecken eines Körpertheiles oder Herabfallen eines 
Gegenstandes Schaden nehmen kann, ebenso müssen Förderseil, Bremsen, Maschinen 
u. s. w. in gutem Zustande sein. — 
Die Fangvorrichtungen haben den Zweck, bei Seilbrüchen das Herabfallen des Gestelles 
in die Tiefe zu verhindern. Sie vergrößern die tote Last des Seiles, auch verdient bis 
jetzt noch keine der zahlreichen Konstruktionen volles Vertrauen. Die Fangvorrichtungen 
beruhen darauf, daß durch das Förderseil eine Federkraft gespannt wird, und daß diese 
sich bei eintretendem Seilbruche auslöst, wodurch das Festklemmen des Korbes an der 
Leitung bewirkt werden soll. Dabei sind diejenigen Fangvorrichtungen vorzuziehen, bei 
welchen das Festklemmen allmählich vor sich geht, da bei plötzlich wirkenden Fang— 
borrichtungen die Fahrenden durch Erschütterung leicht beschädigt werden können. Die 
beiden wichtigsten Systeme, auf welche alle anderen zurückgeführt werden können, sind 
folgende: 
System Fontaine. Hier sind 2 Fänge, welche in die Leitbäume eindringen sollen, dreh— 
har an der Königsstange befestigt, welch letztere an ihrem Ende mit einer Spiralfeder 
persehen ist, die bei gespanntem Seil das Eindringen der Fänger in die Leitbäume 
derhindert. 
System White und Grant. Hier befinden sich 2 Fänger zu beiden Seiten eines Leit— 
baumes und werden durch gezahnte excentrische Scheiben gebildet, welche bei gespanntem 
Seil durch Ketten und Hebel in einer Stellung gehalten werden, daß die Zähne dem 
Leitbaume abgekehrt sind. Beim Seilbruch werden durch Federkraft die Hebel nieder— 
gedrückt und dadurch die Zähne zum Eingreifen gebracht. Aehnlich wie diese wirkt die 
Münznersche Fangvorrichtung, bei welcher nicht allein die Fänger, sondern auch die 
Achsen, an denen dieselben befestigt sind, emporgezogen und dabei in Schlitten geführt 
werden; nach dem Seilbruch werden Achsen und Fänger nach unten gedrückt, wodurch die 
letzteren furchenschneidend in dem Holze abwärts gleiten. 
276. Ferner sind noch zu erwähnen: die Keilfangvorrichtungen, bei welchen zwischen Gestell 
und Leitbaum eiserne Keile mit dem stumpfen Ende nach unten angebracht sind. Die— 
selben werden beim Seilbruche durch Federkraft nach oben gezogen, so daß der Korb 
beim weiteren Fallen immer fester geklemmt wird. Die Hoppesche Fallbremse ist auch für
	        
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