Full text: Erste Unterweisung in der Bergbaukunde nach dem Heft des kaiserlichen Bergmeisters Serlo zu Metz für die Saarbrücker Verhältnisse

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stechend riechende braune Dämpfe. Derartiges Dynamit soll nicht mehr verwendet 
werden und ist durch Verbrennen der einzelnen Patronen in offenem Feuer zu ver—⸗ 
nichten. 
Zprenggelatine besteht aus Schießbaumwolle und Nitroglycerin, ist im Wasser un— 
veränderlich, wird erst bei 0“ O hart und wirkt noch kräftiger als Guhrdynamit; 
das Ansehen ist gummiartig, ähnlich der Glycerinseife. Sprenggelatine brennt, in 
kieinen Mengen angezündet, ruhig ab und wird durch besondere Schlagpatronen und 
starke Zündhütchen zur Explosion gebracht. 
Gelatinedynamit ist ein Gemenge von Schießbaumwolle, Nitroglhcerin und Salpeter⸗ 
pulver in verschiedenen Verhältnissen. Es ist weniger brisant, als Guhrdynamit 
und Sprenggelatine, deshalb kann mit ihm im Steinkohlenbergbau ein guter Stück⸗ 
kohlenfall erreicht werden. Sonst verhält es sich ähnlich wie Sprenggelatine, ist jedoch 
gegen Feuchtigkeit zu schützen, denn die Patronen platzen, wenn sie feucht werden, auf 
und schwitzen Nitroglycerin aus. 
Da viele Grubengas-Explosionen in Kohlengruben höchstwahrscheinlich durch die bei der 
Ecplosion des Sprengmaterials entstehende Flamme zurückzuführen sind, so sucht seit 
längerer Zeit die Technik den Sprengstoffen eine derartige Zusammensetzung zu geben, daß 
bei einer dem brisanten Sprengstoffe gleichen Sprengwirkung das Entstehen einer 
Flamme vermieden wird. Derartige Sprengstoffe sind Securit, Roburit, Carbonit, 
Westfalit, Köln-Rottweiler Sicherheitssprengpulver, die Wetterdynamite u. s. w. 
Tas Laden und Wegthun der Bohrlöcher geschieht mit Schilfzündern, Zündschnüren 
oder auf elektrischem Wege. Der Sprengstoff wird in jedem Falle vor dem Ein⸗ 
bringen in das Bohrloch zur Zündung vorbereitet, auf die Ladung wird mit Hülfe 
des Stampfers der Besatz (feuchter und trockener, sandfreier Lehm) gebracht. Letzterer 
dient zum Verschlusse des Bohrloches und soll verhindern, daß die Sprenggase durch 
das Bohrloch entweichen; geschieht das dennoch ganz oder zum Theil, so sagt man 
der Schuß pfeift aus oder bläft aus. Man nennt einen derartigen Schuß einen Loch— 
ofeifer. Im Allgemeinen ist bei den weniger brisanten Sprengstoffen mehr Sorgfalt 
auf den Besatz zu verwenden, als bei den brisanten, da bei letzteren ein Auspfeifen 
veniger nachtheilig ist 
Der Stampfer besteht aus hartem Holz, Kupfer oder Messing und ist eine cylindrische 
Stange, die zur Aufnahme der Raumnadel eine entsprechende Spur hat. 
Die Raummadel oder Schießnadel ist ein vorn zugespitzter Kupfer⸗ oder Messing⸗ 
Draht, am oberen Ende etwa 5 nm stark mit angebogenem Oere. Die Nadel ist 
etwas länger, als das Bohrloch tief ist und wird in die Pulverpatrone eingeführt. Die 
so vorgerichtete Patrone wird in das Bohrloch gesteckt und etwas feuchter Lehm mittels 
des Stampfers als Besatz gut aufgedrückt und festgestampft. 
Ist das ganze Vohrloch mit Vesatz gefüllt, so zieht man die Raumnadel vorsichtig 
heraus und steckt in die so gebildete Zündschnur ein Schilfröhrchen (Strohhalm), 
welches Innen mit Pulvermehl gefüllt ist; an das dickere Ende desselben wird zuvor 
ein Schwefelfaden angebäht, d. h. das eine Ende des Schwefelfadens wird am Gruben⸗ 
lichte angezündet, sofort wieder gelöscht und mittels des geschmolzenen Schwefels am 
Schilfzünder festgeklebt. Ist im Uebrigen alles zum Schießen fertig, so wird der
	        
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