Full text: Marianne von der Leyen, geb. v. Dalberg, die "Große Reichsgräfin" des Westrichs

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erreichen könnte? Nach den Kämpfen mit den 
gefiederten und beborsteten Erd⸗ und Luftbe— 
wohnern kündigten sie den schuppigten Bewohnern 
des Wassers den Krieg an. Alle Fischbehälter 
sind in einiger Zeit erbrochen und ausgeleert, bei— 
nahe alle Teiche zumteil mit großem Nachteil der 
Mühlen abgelassen oder die Dämme abgegraben 
und die Fische öffentlich geraubt. Diesen Unord— 
nungen vermögen die Offiziers nicht zu steuern, 
wenn sie es auch tun wollten, da ihnen seit dem 
Tode des Königs nur gute Worte, Zuredungen 
und Bitten bei den Soldaten zu gebrauchen erlaubt 
ist, welche aber selten etwas fruchten.“ 86.) Und 
von dieser Klasse liegen 7000 Menschen fast zehn 
Wonate in der leyenschen Residenz! 
Sie ziehen Gräben und werfen Schanzen auf, 
die hochgelegene Kapelle wird Observationspunkt“), 
Wachtlokal und Proviantmagazin; die Stationen 
und die überlebensgroße Kreuzigungsgruppe, an 
denen die Frömmigkeit eines Jahrhunderts gebaut, 
werden zertrümmert. Ein regelmäßiger Wachtdienst 
wird eingerichtet. Das alles erfordert viele Opfer. 
Die Stadt hat sämtliche Beleuchtungskosten zu 
tragen, muß Holz, Brot und Wein beschaffen. Die 
„Bürgerin Marianne Leyen“ aber liefert gezwungen⸗ 
freiwillig Heu, Stroh, Hafer u. s. w, und dann 
bleibt ihr die Wahl, entweder — 88,000 fl. zu 
zahlen oder dem Franzmann einen Besuch ihrer 
Staatskassen zu gestatten. Der Eindringling hat 
*) Ausqauck
	        
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