Full text: Die von den Grafen Albrecht und Philipp im Jahre 1576 publizierte Nassau-Saarbrücken'sche Kirchenordnung und Agende und ihre Weiterentwicklung

— Geschichte der nassauischen evangelischen Kirchen-Ord— 
nungen, der früheren gottesdienstlichen Einrichtungen, 
de unserer Gesangbücher, unseres gottesdienstlichen Lebens 
s und unserer Katechismen liegt noch vielfach völlig im 
Dunkel. Während in Baden durch Bassermann) und im 
Großherzogtum Hessen durch W. Diehl? dort die Geschichte 
der evangelischen Gottesdienstordnung in badischen Landen 
und hier Wichtiges aus der Geschichte des Gottesdienstes 
und der gottesdienstlichen Handlungen in Hessen lichtvoll dar— 
gelegt worden ist, fehlt uns ein derartiges Werk. Und doch 
drängt sich jedem, der die kirchliche Entwicklung des evan— 
gelischen Nassau verstehen will, die Frage immer und immer 
wieder auf: was hat unserm gottesdienstlichen Leben sein 
jetziges Gepräge gegeben, was hat man früher bei uns in 
den Gotteshäusern gesungen, wie waren die Gottesdienste 
eingerichtet, wie wurde getauft, konfirmiert, kommuniziert. 
kopuliert, beerdigt? Nun ist es ja außerordentlich schwer, 
sich durch die verschlungenen Pfade der nassauischen politischen 
und kirchlichen Geschichte, die enge zusammenhängen, hindurch— 
zufinden; das frühere Herzogtum Nassau setzte sich aus ca. 
25 Territorien zusammen, und wenn man auch die katholischen 
Gebiete abrechnet, wie viele evangelische Territorien bleiben da 
noch übrig! Man denke nur an die Wied'schen, Hessen-Darm— 
städtischen, Hessen-Cassel'schen, Westerburg'schen, Sayn-Hachen— 
burg'schen, Isenburgischen, Kurpfälzischen, Holzappelschen. 
) Geschichte der evangelischen Gottesdienstordnung in badischen 
Landen u. s. w. Stuttgart 1091, 259 S. 
2) Zur Geschichte des Gottesdienstes und der gottesdienstlichen 
Handlungen in Hessen. Gießen 1899, 318 S.
	        
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