Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

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Schaper in Bronze ausgeführt worden war. Zehntausende 
von Menschen waren in Neunkirchen zusammengekommen, 
um der Feier beizuwohnen, und es war ein Gedächtnistag, 
wie er nur dem Andenken der größten zuteil wird. Aber 
ein großes Werk kann sich niemals Erinnerungen hingeben. 
So galt es auch hier vielmehr die Fortsetzung der schaffens— 
freudigen Tatkraft, welche den Toten einst ausgezeichnet 
hatte. Die Zeit brachte eine Fülle neuer Aufgaben, die 
sich nur durch selbständige Entschlüsse und selbsteigne Arbeit 
lösen ließen. 
Auf den Geschäftsaufschwung bis 1900 war erst leise 
und dann immer entschiedener der Niedergang gefolgt. 
Der Binnenmarkt wollte die erzeugten Eisenmengen nicht 
mehr aufnehmen, und die Eisenindustrie des ganzen Deutschen 
Reiches wandte sich der Ausfuhr zu, obgleich die Welt— 
marktpreise nicht unerheblich unter den Binnenmarktpreisen 
standen. An der Saar war die Lage besonders hart, weil 
mit dem Sinken der allgemeinen Marktlage ein steigendes 
Mißverhältnis zwischen den Marktpreisen der Fertigerzeug- 
nisse und den Kohlenpreisen der preußischen Staatsgruben 
entstand, das im Jahre 1903 seinen Höhepunkt erreichte 
und sich erst 1905 wieder auszugleichen begann. 
Aber auch das Westfälische Kokssyndikat hatte in der 
Zeit des besten Geschäftsganges seinen Abnehmern über— 
raschungen geboten und die Preise in schroffer Weise über 
die Konjunktur hinaus gesteigert. Ückingen, das ausschließlich 
Ruhrkoks verbrauchte, war davon ebenso getroffen worden 
wie fast die ganze lothringische Eisenindustrie. Dies wurde 
für die Firma Gebrüder Stumm der Anlaß, sich gegen 
solche Wechselfälle sicher zu stellen und mindestens Ückingen 
von jeder fremden Kohlenquelle unabhängig zu machen. 
Für eine große Summe kaufte die Firma die Grube
	        
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