Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

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heizung vollständig durchgeführt worden. Dieselben heizten 
1900 sechsundzwanzig Dampfkessel mit 1908 Flächenmeter 
Heizfläche. Mit der Einspannung der Hochofengase in den 
Dienst des Menschen hatten die Hochöfen ihre alten Flammen— 
kronen verloren. Keine Glutenfackel leuchtete mehr aus 
ihnen durch die Nächte, wenn nicht gerade beim Beschicken 
der bläuliche Gasschein gelegentlich ausbrach. Dafür war 
ein anderes Schauspiel eingetreten, das sich nachts zwar 
nicht in gleicher Dauer, aber mit um so schönerer Licht— 
wirkung bot: der Aschen- und Schlackenregen der Konverter, 
welcher durch die Dachöffnungen des Thomaswerkes wie 
ein feuriger Funkenregen in die Nacht hinaussprühte und 
mit Millionen Flämmchen auf Dächer und Höfe hernieder— 
sank, so oft sich Thomasroheisen zu Thomasstahl ausgestaltete. 
Während der neunziger Jahre schritten Flußstahl und 
Flußeisen unablässig vor und begannen nun dem Schweißeisen 
ein Gebiet nach dem andern abzugraben. Den Eisenbahn— 
schienen und Schwellen folgten die Träger und anderen 
Baueisen. Von 1894 ab wurden auch die Träger über 
Normalprofil 40 aus Flußeisen gemacht. Von da an 
wurde gewöhnliches Eisen kaum mehr gepuddelt. Dagegen 
entstand eine neue, wenn auch begrenzte Nachfrage nach 
Qualitätseisen, bis sich mit Ende 1900 ein plötzlicher 
Abfall ergab und von zweiundvierzig noch vorhandenen 
Ofen nur vierundzwanzig noch betrieben werden konnten. 
Weit mehr aber, als das Puddelwerk verlor, gewann das 
Stahlwerk durch diese Bedarfsverschiebung, und dieser 
Gewinn trat um so deutlicher hervor, als von 1891 an 
das Ückinger Hüttenwerk mit seiner Roheisenerzeugung 
eintrat und gleichfalls dem Stahlwerk neue Verarbeitungsstoffe 
lieferte. Nachdem schon 1889 ein drittes Konverterarbeits— 
gerüst aufgestellt worden war, folgte 1892 aufgrund des
	        
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