Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

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Art in Deutschland. Sie war das Ergebnis eingehender 
Studien diesseits und jenseits des Kanals. Bisher hatte 
Deutschland diese Maschinen aus England bezogen. Durch 
Ludwig Ehrhardt, den einen der beiden Inhaber der Firma 
Ehrhardt und Sehmer zu Schleifmühle, war Stumm auf 
die großen Mängel der englischen Maschinen hingewiesen 
worden. Er entsandte Ehrhardt nach England mit dem 
besonderen Auftrage, die englischen Walzenantriebsmaschinen 
zu studieren. Aufgrund dieser Studien baute Ehrhardt 
einen völlig neuen Typ einer Walzwerksreversiermaschine, 
der die englischen Maschinen an Betriebssicherheit und 
Sparsamkeit im Dampfpverbrauch übertraf. Sein Merkmal 
war der unmittelbare Antrieb der Walzenstraße unter Auf— 
gabe jedes Schwungrades. Die Neunkircher Maschine wurde 
das Vorbild für die spätere deutsche Walzwerksreversier— 
maschine überhaupt. Die neue Straße walzte Stahlschienen, 
Schwellen und größere Träger und kam 1883 in Betrieb. 
Bereits besaß das große Walzwerk gasgeheizte Wärmeöfen 
und Gaserzeuger und stand damit auf der Höhe der Zeit. 
Ein in der Anlage vorhandenes Reversierwalzwerk mit 
Zwillingsmaschine und Rädervorgelege wurde zu einem 
kleinen Blockwalzwerk umgebaut, das das Stahlwerk un— 
mittelbar erforderte. Auch das Abteilen der Blöcke wurde 
sehr bald mechanisch vorgenommen. Es wurde nämlich 
eine Blockschere mit Dampfwasserdruckübersetzung aufgestellt, 
welche wohl die erste derartige Maschine in Deutschland 
war. Noch 1885 wurde die Herstellung von Trägern aus 
Flußeisen bis Normalprofil 260 aufgenommen, und die 
in Antwerpen ausgestellten Walzerzeugnisse, Gewalt- und 
Qualitätsprobestücke, zeigten, daß die Schwierigkeiten in der 
Darstellung und Verarbeitung der neuen Stoffe — Fluß— 
eisen und Flußstahl — längst überwunden waren.
	        
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