Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

heimischen Erze versagten, in Stieringen lothringischen 
Brauneisenstein, die sogenannte Minette, zu verhütten be— 
gonnen, mit dem das Haus de Wendel schon seit langer 
Zeit arbeitete. Jetzt waren die heimischen Erze an der 
Saar allgemein völlig am Versagen. 1864 verhütteten 
sämtliche Saarhütten nur noch 30 000 Tonnen heimisches 
Erz. Der Bezug von Lothringer Minette und Lothringer 
Schlacke wurde den an der Saar gelegenen Hüttenwerken 
1866 durch die Eröffnung des Saarkanals wesentlich er— 
leichtert, welcher eine Verbindung der oberen Saar mit dem 
Rhein-Marnekanal schuf und damit das Saargebiet mit der 
Gegend von Nancy verband. War auch Lothringer Erz 
und Schlacke bisher nur als Zuschlag zum Möller inbetracht 
gekommen, so war der neue Bezugsvorteil doch nicht zu 
unterschätzen. Er bewog 1867 die Hunsrücker Hütten, 
welche die Aufbrauchung der eigenen Erze und die Lichtung 
der Waldbestände entwertet hatte, nach der Saar zu gehen 
und die Halbergerhütte zu einem großen Hochofenwerke 
auszugestalten. Für Neunkirchen hätte sich höchstens der 
Bezug von stark eisenhaltigen Lothringer Schlacken gelohnt. 
Aber auch von diesem scheint kaum Gebrauch gemacht worden 
zu sein. Stumm wandte sein Augenmerk vielmehr nach 
Norden, dem Luxemburger Erzgebiet zu. Er hatte schon 
1865 bei Esch in Luxemburg eigene Erzfelder gekauft und 
begonnen, sie im Tagebau regelrecht abzubauen. Konnte 
die Verhüttung zunächst auch nur in beschränktem Maße 
erfolgen, so half die Minette doch an den anderen Erzen 
sparen und minderte zugleich die Zukaufskosten für Roh— 
eisen. Mit dem Rückgang der Erzverhüttung in Neunkirchen 
hatte man sich in immer steigendem Maße auf die Her— 
stellung wertvollen Halbzeugs und wertvoller Fertigerzeugnisse 
geworfen und als Rohstoff für diese an Roheisen zugekauft,
	        
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