Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

auseinander blies. Die vier Hochöfen des Werkes — 
sämtliche Saarhütten besaßen 1854 zusammen nur acht — 
lohten ihre feuerroten Brandsäulen durch die Sommernächte, 
ihre Glutgase nutzlos in die Luft verhauchend und als 
Riesenfackeln durch die Lande leuchtend. Dem Wanderer, 
der, von der Ferne kommend die Höhen von Neunkirchen 
erstieg, leuchtete damals wie in Goethes Tagen der Wider— 
schein ihrer Flammenkrone vom Himmel schon entgegen, 
ehe er noch den Bergrücken erstiegen hatte. Ihre Glutmasse 
verstärkte sich von Jahr zu Jahr. Sie zehrte stets wachsende 
Koksmassen auf. In rascher Folge entstanden von 1856 
bis 1862 Koksofenanlagen bei den Gruben Dudweiler, 
Altenwald, Heinitz-Dechen und König-Wellesweiler. In 
demselben Verhältnisse wie der Koksverbrauch wuchs die 
Roheisenerzeugung. Die Tagesleistung des einzelnen Hoch— 
ofens näherte sich bereits fünfzehn Tonnen. Das ergab 
1857 eine Jahreserzeugung von etwa 14000 Tonnen für 
das Werk. 
Karl Böcking und Karl Ferdinand Stumm 
1858 — 1871. 
Im Jahre 1858 war der älteste Erbe des Stummschen 
Hüttenbesitzes zweiundzwanzig Jahre alt. Es war Karl 
Ferdinand Stumm. Am 30. März 1836 zu Saar— 
brücken geboren, hatte er nach dem Tode seines Vaters 
die Realschule zu Mainz und dann seit 1850 die Real— 
schule erster Ordnung zu Siegen besucht. Im Frühjahr 
1852 hatte er, noch nicht volle sechzehn Jahre alt, 
die Abgangsprüfung mit ,Vorzüglich“ bestanden und dann
	        
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