Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

zuführen können als der Wasserweg über Trier und Saar— 
brücken. Aber die Eisenbahnfracht war bis 1860 noch zu 
hoch, um die Wasserfracht unterbieten zu können. So blieb 
die Zufuhr der Erze noch für Jahre von den schwankenden 
Wasserständen der Saar und von der Fahrbarkeit der 
schwierigen Höhenstraße von Saarbrücken abhängig. Das 
machte noch immer einen regelmäßigeren Hochofenbetrieb, 
der wieder der Ausdehnung des Puddelwerkes hätte zugute 
kommen können, unmöglich. 1845 waren zehn Puddelöfen 
in Gang gewesen, 1854 waren es ihrer zwaͤnzig geworden, 
während die anderen Saarhütten, welche Schmiedeeisen 
erzeugten, zusammen nur neun besaßen. 1856 war ihre 
Zahl in Neunkirchen allein auf neunundzwanzig gestiegen. 
Neunkirchen walzte damals noch nach wie vor allein von 
allen Saarwerken eiserne Eisenbahnschienen, 1854 hatte 
es davon bereits 2127 Tonnen erzeugt. Auch in der 
Stabeisenerzeugung stand es an der Spitze. Gießereiwaren, 
zum großen Teil aus Gußeisen erster Schmelzung, bildeten 
noch immer einen wosentlichen Teil der Jahreserzeugung. 
Durch die eiserne Eisenbahnschiene ging das Werk der 
Massenerzeugung gleichartiger Ware entgegen, welcher die 
Zukunft des Walzwerkbetriebes gehören sollte. Im Jahre 
1857 bot das Werk schon den stattlichen Anblick eines 
Großbetriebes dar, der Achille Schüler reizte, sein Bild in 
Einzelbildern und in einer Gesamtansicht festzuhalten. Da 
war zuerst der ältere Teil des Werkes, von welchem 
Abbildung V vier Bilder zeigt. Noch immer war die 
obere Schmelz im Sinnertale im Gange. 1831 war das 
alte Puddlingwerk hinzugekommen, dessen Vorderseite sich 
stattlich ausnahm. An dasselbe schloß sich das im gleichen 
Jahre gebaute alte Walzwerk an, das mit dem alten 
Puddlingwerke ein fortlaufendes Gebäude bildete. Das
	        
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