Full text: Hundert Jahre Neunkircher Eisenwerk unter der Firma Gebrüder Stumm

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Männer aus dem Nahegebiet und aus der Pfalz in Arbeit. 
Die näher wohnenden behalten ihren Wohnsitz fast immer 
in den Ortschaften der Umgebung von Neunkirchen. Die 
ferner wohnenden gehen dagegen nur Sonntags nachhause, 
und für sie hat die Firma außerordentlich früh besondere 
Schlafhäuser mit allem Zubehör eingerichtet. Die Schlaf— 
häuser, welche vor 1888 bestanden, entsprachen bald nicht 
mehr den gesundheitlichen Anforderungen der Neuzeit und 
wurden daher im Laufe eines Jahrzehnts abgerissen und 
durch neue ersetzt. Im Jahre 1900 waren 39 Säle mit 
zusammen 936 Betten vorhanden, 1905 47 Säle mit 
1220 Betten. In den geräumigen Kellern steht jedem 
Schlafhausbewohner eine besondere Abteilung zur Aufbe— 
wahrung seiner Lebensmittel zu. Für Hüttenleute, welche 
es vorziehen, sich ihr Essen selbst zu bereiten, dienen fünf 
Küchen mit je zwei Herden. Neben den Küchen sind 
Waschräume mit je zwei Kesseln mit stets heißem Wasser, 
über den Küchen Räume zum Trocknen der Kleider vorhanden. 
Die Reinigung der Bettwäsche geschieht in einer besonders 
dafür eingerichteten Waschanstalt, in der unter Leitung 
einer Haushälterin fünf Waschfrauen ständig beschäftigt 
sind. Für Benutzung der Schlafstelle und Küche einschließ— 
lich der Bettwäsche und der Zimmerreinigung, aber aus— 
schließlich der Heizung und Beleuchtung, zahlt der Hütten— 
mann monatlich zwei Mark. 
Das Neunkircher Eisenwerk besitzt ferner zwei große 
Speiseanstalten, von denen jede rund 250 Plätze enthält. 
In diesen Anstalten wird täglich an 600 bis 700 Arbeiter 
zum Preise von 30 Pf., oder mit Brot zu 35 Pf., Mittags⸗ 
essen verabreicht. Dasselbe besteht aus Fleischsuppe, aus 
Gemüse mit Kartoffeln nach wechselndem Küchenzettel, und 
durchschnittlich 180 Gramm Rindfleisch. Das Abendessen,
	        
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