Full text: Geschichte der Abtei Wadgassen

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I. Wadgassen unter Fraukreich 
bei Kaiser und Reich. Eine größere TDenkschrift au den deutschen 
Kaiser und des deutschen Reiches Fürsten wurde am 26. Febrnuar 
1791 überreicht (siehe den Wortlaut oben S. 170 ff.). Ten größten 
Beistand gewährte ihnen Fürst Ludwig von Saarbrücken, welcher 
schon am 16. Februar durch seinen Minister Crolbbis de Sawald 
denn Departement eine Denkschrift zugehen ließ, in welcher er gegen 
den Verkauf reklamierte, behauptend, daß die Güter der Abtei 
Wadgassen nicht als Staatsgüter angesehen werden könnten. Der 
Minister Crolbois de Sawald sollte vom Departement erwirken, 
daß es den Verkauf wiederum suspendiere, bis die Nitionalver— 
sammlung über seine und des Klosters Reklamation entschieden 
habe. Das wurde sofort bewilligt und eine Ausfertigung des Be— 
schlusses dem Distriktsdirektorium in Saarliber unverzüglich zuge— 
sandt, um sich darnach zu richten. 
Sobald aber die geistlichen, Veräußerungs- und diplomatischen 
Komitees Abschrift des Arretes, vom 16. Februar erhalten hatten, 
faßten sie am 31. März einen Beschluß, in welchem sie dem DTirek— 
torium des Departements das Verbrechen vorwarfen, dessen es sich 
durch diese Verfügung schuldig gemacht, und forderten es auf, den aber— 
maäals ausgesprochenen Aufschub zurückzunehmen und zu erklären, 
daß der Gesandte des Fürsten von Nassau schuldig sei, sich an den 
Minister der auswärtigen Angelegenheiten zu wenden. 
Die Mitglieder des Direktoriums des Moseldepartments glaub— 
ten jedoch der Entscheidung der Volksrepräsentanten nicht beistimmen 
zu müssen und ließen den Aufschub bestehen bis zum 16. Mai 1792. 
Wegen dieser Vergehen angeklagt, wurden 11 Administratoren des 
Moseldepartements am 17. Floreal an II (6. Mai 1794) vom Re— 
volutionstribunal in Paris zum Tode verurteilt und am folgenden 
Tage auf dem Platz der Revolution hingerichtet. Es sind: 
1. Heinrich Jacob Poulet, geboren zu Metz, Generalproecureur— 
Sindie des Moseldepartements, vormaliger Adliger und Rat 
am Parlament zu Metz. 
2. Michael Wagner, Ackerer und Armeelieferant aus Saarlouis, 
3. Jacob Ludwig Briand, Ackerer und Eigentümer, wohnhaft 
zu Bachy Distrikt Morchaye. 
4. Jacob Ludwig Pierron, Tribunalrichter, geboren zu Villers 
le Montagne, wohnhaft zu Bruy. 
5. Alexander Nicolaus Courtois, stellvertretender Richter zu Lon— 
guyon. 
6. Matthäus Sequer, Rechtsgelehrter, wohnhaft zu Bruy. 
7. Johann Christoph Thibault, Salinenbeamter zu Dieuze wohn— 
haft zu Metz. 
8. Matthäus Boler, Gastwirt zu Rodemack. 
9. Johann Claudius Géant, Gastwirt zu Raville. 
10. Franz Collin, Expräsident des Criminalgerichtshofes zu Metz, 
wohnhaft zu Ars an der Mosel. 
Johann Baptist Nicolaus Floß, Postmeister und Etappenun— 
ternehmer zu Bolchen.
	        
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