Full text: Fest-Schrift zum 50-jährigen Jubiläum der Grube Heinitz

J. Geschichtliche Entwicklung. 
1. Vorwort. 
Gelegentlich der 23. Jahresbefahrung des Königlichen Steinkohlenbergwerks 
König, am 19. September 1843, faßte man die Eröffnung eines neuen Förder— 
punktes im Felde der genannten Grube ins Auge, in der Voraussicht, daß die' pro— 
jektierte Eisenbahn Forbach — Saarbrücken — Bexbach einen regen Verkehr und damit 
eine Steigerung des Absatzes schaffen würde. 
Nach endgültiger Festlegung der Bahnlinie wurde bei der nächstjährigen Be— 
fahrung der Entwurf eines Betriebsplans für die neue Anlage im Landsweiler Thal 
angeordnet. Im folgenden Jahr (1845) entschied man sich jedoch dahin, nicht nur 
diesen einen Betriebspunkt, sondern alsbald noch einen zweiten in Angriff zu nehmen. 
Der eine sollte dicht an der projektierten Bahnlinie im sogenannten Grubenwald 
oberhalb Landsweiler und der andere im Holzhauerthal, dem südlichsten Ausläufer 
des Bliesthales nach dem Bildstockzug, angesetzt werden; von diesem aus wollte man 
die Flötze der Fettkohlenpartie und von jenem die der Flammkohlenpartie erschließen. 
Die in beiden Thälern angestellten Schürfarbeiten führten zu recht günstigen 
Ergebnissen. 
Im Holzhauerthal traf man die nämlichen Flötze an, auf denen die Grube 
König baut, und zwar im Allgemeinen mit einer größeren Mächtigkeit als im bis— 
herigen Baufelde dieser Grube selbst. Daraufhin wurde bestimmt, daß am oberen 
Ende des Holzhauerthales ein Förder- und Wasserstolln 18,8 Lachter über dem 
höchsten Standpunkt des Neunkirchener Hüttenweihers am südlichen Thalgehänge 
angesetzt werden sollte, um die auf der Grube König gebauten Flötze querschlägig 
anzufahren. Der Stolln sollte die Bezeichnung Heinitzstolln tragen. Da der 
zum Betrieb des Stollns erforderliche Grund und Boden zum Theil im Enteignungs 
verfahren erworben werden mußte, so konnte der Anhieb des Heinitzstollns erft im 
Jahre 1847, am 12. Juli, erfolgen. Der Stolln wurde querschlägig ins Liegende 
mit einer Höhe und Breite von 90 Zoll angesetzt; die in der Mitte mitgenommene 
Wasserrösche war 40“ breit und 42* tief. 
Die Kameradschaft, die anfangs im Stolln arbeitete, war 11 Mann stark und 
stammte aus den Orten Landsweiler und Schiffweiler her. 
Am Ende des Jahres waren 30,5 laufende Lachter aufgefahren und auf dieser 
Länge außer mehreren kleinen Kohlenbänkchen ein Flötz von 40“ angetroffen.
	        
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