Full text: Die Entstehung der Grafschaft Saarbrücken und ihre Geschichte bis auf Graf Johann I. (2)

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und Schiffweiler gehabt; nur die hohe Gerichtsbarkeit 
wurde ihm vorbehalten. 
. Bei einer Fehde waren die Brüder Tilmann (Dietrich) 
und Nikolaus von Hagen!) in die Gewalt des Grafen 
Simon und ſeiner Verbündeten Jakob von Warsberg 
und Johann von Eckesweiler gefallen und auf der Burg 
Saarbrücken gefangen gesetßt worden. Sie erhielten ihre 
Freiheit gegen ein Lösegeld von 100 Pfund Denaren, 
für deſſen Zahlung ſich die Brüder Ludwig und Johann 
von Kirkel am 28. April 1278 verbürgten und für 
etwaigen Schaden nach dem Spruche des Herrn Heinrich 
zu Forbach (Furpage) und des Ritters Werner von Saar- 
brücken Erſatz zu leiſten verſprachen. Es wurde darauf 
zwiſchen den erwähnten Parteien ein förmlicher Friede 
auf 40 Jahre gesſchloſſen, zu deſſen Aufrechterhaltung die 
Herren von Hagen ihre Schwäger Nikolaus und Johann, 
Vögte von Hunolstein, und des letzteren Schwieger- 
ſohn Friedrich von Grimberg zu g,,Treuhändern“ 
(fideiussores) erwählten. Im Jahre 1281 ließ ſich Graf 
Simon von dem Dechanten und dem Kapitel zu St. Arnual 
eine Urkunde darüber ausstellen, daß die Königsſtraße 
(via regalis), die durch das Dorf St. Arnual führte, von 
der Grafschaft Saarbrücken abhängig sei, und ſicherte 
ſich dadurch die Landeshoheit über dies reiche Stift. 
Aus der Kürze der Urkunde iſt wohl die Widerwilligkeit 
der geistlichen Herren zu ſchließen. Damals bestand also 
die Römerbrücke am Halberg noch, denn ohne dieſe hatte 
die erwähnte Straße keine Bedeutung; doch ſcheint die 
Brücke seit dieser Zeit in Verfall geraten zu ſein. ~ 
Gleichzeitig tritt bei Graf Simon das Bestreben hervor, 
ſeinen Besitz abzurunden. So tauſchte er in demſelben 
Jahre 1281 für seine Güter in Neunkirchen und 
ſsrſcweiler (bei Dirmingen) Grundstücke in St. 
  
2) Die Herren von Hagen (de Indagine) hatten ihren Stammſitz in 
Hahn und später auf dem Schloſſe „zur Motten“ (la Motte) bei.. Lebach.
	        

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