Full text: Die vorrömische, römische und fränkische Zeit (1)

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hauſen durch seine gewaltige Ausdehnung hervorragt. 
Der Umfang desselben beträgt etwa 1’/, Kilometer, er 
hat einen Flächeninhalt von ungefähr 20 Hektar und iſt 
an der höchſten Stelle über 10 Meter hoch. Auf den kelti- 
ſchen Urſprung desselben deuten römiſche Gefäßſcherben, 
die ſich auf einer Lehmſchicht etwa 2 Meter unter der 
Wallkrone vorfanden, sowie die keltiſchen Grabfunde in 
der Nähe. Der Wall ſcheint ſonach in der Römerzeit be- 
nutt und erhöht worden zu ſein. Wahrſcheinlich sind 
auch die beiden altersgrauen Spindelsteine unserer 
Gegend, der große Stein bei Rentriſch an der pfäl- 
ziſchen Grenze und der noch höhere Gollenstein bei Blies- 
ka stel der keltiſchen Zeit zuzuſchreiben. Dieſe Spindel- 
steine ſind vierkantige rohbehauene Säulen in der Höhe 
. von 4\05 Metern, die ſich nach oben etwas verjüngen und 
tief in den Boden eingelassen ſind. Der Rentriſcher Stein 
steht an einer uralten Straße, der Gollenstein auf einer 
weithin sichtbaren Höhe. Es mögen wohl Grenzsteine 
gewesen sein, wie der ähnliche Toutonenstein von Milten- 
berg. 
So hat dieſes Volk der Kelten Spuren ſeiner Tätigkeit 
bei uns hinterlaſſen, die zwei Jahrtauſende überdauert 
haben und noch in ferne Zeiten fortbesſtehen werden. 
Aber auch wenn ſie nicht mehr ſichtbar ſein sollten, ſo 
werden noch die Namen der Flüsſſe: Rhein, Maas, Moſel, 
Saar, Nahe, Glan, Blies, Nied, Roſsel, Prims, und die 
Gebirgsnamen: Vogeſen, Jura, Ardennen, Eifel und Idar 
(Wald) u. a. von dem Keltenvolk zeugen. Auch zahlreiche 
Orts- und Flurnamen gehen auf keltiſchen Urſprung 
zurück: ſo die Namen der meisten Rheinstädte, ferner 
Trier, Merzig, Tholey, Serrig, Kuſel und andere. Die 
Flurnamen Kasbruch bei Neunkirchen und Kasholz bei 
Dirmingen bewahren noch das keltiſche Wort kasne (Eiche), 
wovon das franzöſiſche chêne kommt. 
In unſerer Gegend wohnte der Stamm der Medios- 
matriker, deren Name an ihrer Hauptstadt Met haften 
VIII
	        

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