Full text: Die vorrömische, römische und fränkische Zeit (1)

ſich die Römer auf die Ausplünderung des Landes trefflich 
verſtanden. Der Fabrikant Huber in Saargemünd hat 
bei Kadenbronn und Ruhlingen neun keltiſche Hügelgräber 
mit großer Sorgfalt ausgraben laſſen; in einem derſelben 
fand ſich ein Stein mit unzweifelhaft römiſchen Schrift- 
zügen, in einem andern eine römiſche Kaiſermünze, ſo 
daß die Zeit der Beſtattung annähernd feſtſteht; von 
Goldfchmuck wurde hier keine Spur mehr gefunden; das 
blinkende Kupfer und die Bronze mußten fortan das 
Gold auch bei den Reicheren ersſezen. Außer Wein, Waffen 
und Schmuckgegenständen. brachten die italieniſchen Kauf- 
leute auch ſchön gearbeitete etruskiſche Erzgefäße, die ſich 
ebenfalls vielfach in keltisſchen Gräbern vorfinden; ſo 
befindet ſich in der Böcking ſchen Sammlung zu Berlin 
der berühmte Henkelkrug von Schwarzenbach, andere ., 
Fundstücke von hohem Werte verwahren die. Muſeen zu 
Trier und Bonn. Auch Pferdegeſchirr, Wagenbeſchläge und 
Radreifen finden sich gewöhnlich in keltiſchen Fürſten- 
gräbern und zeugen von den ritterlichen Liebhabereien 
dieſes Volkes. Weitere Totengaben sind Streitäxte und 
Ringe aus Bronze, in Gestalt und Herſtellungsweiſe den 
berühmten Erzeugnissen von la Tene am Neuenburger See 
ſehr ähnlich. 
Außerdem gehen die Ringwiälle, welche die Höhen der 
Saar-, Blies- und Nahegegend krönen, auf keltiſchen 
Ursprung zurück. Die ältesten Ansiedelungen bewegten 
ſich naturgemäß die fruchtbaren Flußtäler entlang. Bei 
einem feindlichen Einfall ſuchten die Bewohner der offenen 
Dörfer und Höfe Schutz auf den Höhen der Berge, wo 
man mächtige Ringwälle auftürmte, die für Weiber, Kinder 
und Herden Schutz boten. In unserer nächſten Umgebung 
befinden ſich Spuren alter Befestigungen im Stiftswalde 
von St. Arnual, auf dem B art enb err g und dem großen 
Stiefel bei Scheidt, die vielleicht auf die keltiſche Zeit 
zurückgehen. Größer und impoſanter ſind die Ringwälle 
im JIdar- und Hochwald, unter denen der Ring von Ohen- 
VII
	        

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