Volltext: Die vorrömische, römische und fränkische Zeit (1)

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sſunkene Volk faſt rechtlos gegenüberſtand. Politiſch zer- 
fielen sie in eine große Zahl von einzelnen Stämmen 
oder Staaten, die einander befehdend, ſich zu Sonder- 
bünden zuſammenſchlossen und ſchließlich fremde Eroberer 
ins Land riefen. 
Mehr als der Ackerbau war die Viehzucht entwickelt. 
Die Bewohner des Trierer Landes waren als tüchtige 
Reiter bekannt; in den ausgedehnten Wäldern der Saar- 
gegend weideten große Herden von halbwilden Säuen, 
während auf den Bergtriften Schafzucht getrieben wurde. 
In der Tracht liebten ſie das Auffallende und Bunte; 
von den Jtalikern unterſchieden ſie ſich in der Kleidung 
beſonders durch Hoſen, die den Südländern fremd waren. 
Ihr Getränk war Bier, aus Gerste hergestellt, und aus 
Honigwaſser gegorener Met; doch beſonders liebten ſie 
den feurigen Wein, den ihnen italieniſche Kaufleute 
brachten. 
Dieſe wurden beſonders durch den Reichtum des Landes 
an Gold gelockt, das die Kelten aus dem Sande ihrer 
Flüſſe und Bäche wuſchen. Wie Diodor erzählt, ſchmückten 
nicht nur die keltiſchen Frauen, sondern auch die Männer 
mit goldenen Ringen Hals, Arme, Handwurzeln und 
Finger; ihre Tempel waren voll goldener Geräte. Diese 
Berichte ſcheinen übertrieben, doch werden sie durch die 
Funde aus der vorrömiſchen Zeit bestätigt. Die eigentüm- 
lichen keltiſchen Goldmünzen, die ſogenannten Regenbogen- 
ſchüſſelchen '), haben ſich in Mengen von 1000—1500 Stück 
vorgefunden; in den Gräbern galliſcher Häuptlinge, an 
denen gerade das Nahe- und Saargebiet so reich iſt, fand 
ſich reicher Goldschmuck, ſo bei O enhauſ en, Tholey, 
Schwarzenbach (in der Nähe von Birkenfeld), Waller- 
fangen, Weißkirchen und Beſseringen. Mit der 
galliſchen Freiheit verſchwand auch der Goldreichtum, da 
  
1) Dieſen Namen führen sie, weil man glaubte, daß an dem Fund- 
ze ein Regenbogen die Erde berührt habe.
	        

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