Full text: 1934 (0012)

J. 
selben Standpunkt. Im übrigen hätten die 
zuperintendenten keine konkreten Jälle angeben 
kzönnen. Das ist zuviel verlangt. Welcher Berg- 
mann würde wegen des täglichen Brotes es heute 
wagen, mit seinem UHamen hervorzutreten? „Die 
KegierungsRommtssion stellt hingegen fest“, so 
zeißt es in der Entgegnung, „daß die Kreis— 
synode selbst offenbar einen Druck auf die freie 
Entscheidung der Eltern auszuüben bestrebt ist.“ 
Es ist doch gewiß ein Unterschied, ob ein deut— 
scher Geistlicher seinen deutschen Bruder darin 
sttützt, seinem CLande die Treue zu halten oder 
ob ein Französling alles aufwendet, damit er 
den um sein kärglich Dasein Ringenden von 
seinem Hhetligsten abtrünnig macht. Der handelt 
da ehrenvosl? Nationale und völkische Pflicht 
gibt die sittliche Berechtigung für das Auftreten 
der Geistlichen und daran läßzt sich nicht drehen. 
noch deuteln. 
Juni: Illingen fetert die Elfhundert-Jahrfeier 
seines Bestehens mit Gewerbe- und handwerker— 
ausstellung, Münzen und Jagdtrophäen werden 
zur Schau gestellt. Tellspiele auf der Freilicht- 
vühne, Umzüge. Das heimatfest nimmt bis zum 
Juli den schönsten Derlauf. 
Juni: Es erscheint neben der sozialdemokratischen 
„Dolksstimme“ und dem „Stadtanzeiger“ noch ein 
ozialdemokratisches Organ, das sich scherzweise 
„Deutsche Freiheit“ nennt. Der Leiter ist 
Matthias Braun, der sich in wüsten Schmähungen 
uind Derleumdungen der deutschen Regierung nicht 
zenug tun kann. Wer die „Deutsche FJreiheit“ 
sinanziert, ist noch ein Geheimnis; das Blatt 
pird auf den Straßen und Bahnhöfen wie Sauer- 
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20 
bier angeboten. Es ist ein Abklatsch der üblen 
„Dolksstimme“, dessen Chefredakteur von Land- 
jägern behütet und bewahrt werden muß 
Juni: Die durch Einspruch erneut angesetzten Ge— 
meinderatswahlen im Warndt u. a, in Karlsbrunn 
wvaben ein humoristisches Dorspiel gebracht. Die 
Französlinge kKonnten für ihren Wahlvorschlag 
nicht einmal die erforderlichen 20 Unterschriften 
beibringen. Die Autonomisten haben aber gerade 
die Aufhebung der ersten Wahl veranlaßt und 
zonnten nun trotz aller Mühen des Oberunab— 
zängigen Michgel Ott bei den deutschfühlenden 
frbeitern nichts erreichen. 
Juni: Der 7. Bundestag des Saar-Kriegerbundes 
wurde in Saarlouis abgehalten. Der Bund zählt 
heute 18 500 Mitglieder, die in fünf Kreiskrieger;« 
verbänden mit 216 Dereinen zusammengefaäßt 
sind. Dazu kommen 46 Ortsgruppen der Kuff— 
häuser-Kriegsbeschädigten Organisation mit 3140 
Mitgliedern und 35 Jugendgruppen mit 847 Un— 
zehörigen. 
Juni: Die gereizte Stimmung. die jetzt mehr 
wie je zwischen der deutschen Bevölkerung und 
der fremden Regierungskommission herrscht, kam 
in der dramatisch verlaufenen Saarbrücker Stadt 
ratssitzung zur Exploston, als die Regierung den 
Dersuch unternommen hatte, in das Selbstverwal- 
tungsrecht der Städte eine Bresche zu legen. Hur 
die sozialdemokratischen Führer, der üble Braun 
an der Spitze, erwiesen sich als die Schutztruppe 
der Treuhand, sonst ein erfreulicher Widerstand 
und deutsche Kampflust. Regierungsbriefe an die 
stadtverwaltung gaben die Veranlassung zur 
Auseinandersezung. Der Raum gestattet leider 
Das Cuftschiff Graf Zeppelin“ über dem St. EArnualer Zlugplatz. Vach Abgabe von Waäseerballast setzt das 
Cuftschiff zur Landung an. Auf der großen SRläche des Flugplatzes sammeln sich die haltemannschaften. 
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