Full text: 10.1932 (0010)

Eine ſchön überzu>erte, bittere Pille 
für die landfremde Regierungskommiſſion des Saargebiets. Unvergeßliche Worte bleiben 
es, die der Präſes der Rheiniſchen Provinzialſynode D. Wolf bei der Eröffnung des 
3. Evangebiſchem rheiniſchen Kirchentages am 28. September 1930 in Saarbrücken der 
Regierungskommiſſion zurief: „Wir haben uns auch erlaubt, die Herren der Regierungs- 
kommiſſion einzuladen. Wir danken ihnen, daß ſie vertreten ſind, denn ihrer Fürſorge 
ſind auch die evangeliſchen Gemeinden des Saargebietes anvertraut. Wir haben die 
Regierungsfürſorge mannigfach erfahren, und ſind dankbar dafür und ich möchte das 
ganz ausdrücklich unterſtreichen. Die Mittel dazu haben ihr ja die Wirtſchafts- und 
Steuerkraft der Deutſchen an der Saar gegeben. 
Die Männer, die der Völkerbund zur Leitung des Saargebiets berufen hat, ſind vor 
eine der ſchwerſten ſittlichen Aufgaben geſtellt, die es überhaupt für Männer ſittlichen 
Empfindens geben kann: eine Regierung auf Zeit, eine Fvemdherrſchaft, die keine Fremd- 
herrſchaft ſein darf, Obrigkeit, die nicht nach eigenem Willen, ſondern im Geiſte der Be- 
völkerung zu regieren hat und ihren freien Willen in keiner Weiſe hemmen und verbilden 
darf, Treuhänder, die wiſſen, daß dieſes Land zu eigen gewachſen iſt, als daß es wie eine 
Figur des politiſchen Schachſpiels hin und her geſ<hoben werden dürfte. Treuhänder, die 
wiſſen, daß dieſes Land nach Recht und Gerechtigkeit nicht zubereitet werden darf für den 
ungeſcheuten Zugriff fremden Wollens. Die Welt iſt heute voll Ungerechtigkeit. Sie, 
meine hohgeehrten und aufrichtig hochgeſchätzten Männer der Regierungskommiſſion, 
haben die verbriefte Berufung, daß hier an dieſer Stelle eine Herberge der Gerechtigkeit 
ſei, daß hier die Gerechtigkeit beſonders hell leuchte. Das iſt wirklich keine leichte Auf- 
gabe und wir drücken ihnen von Mann zu Mann die Hand und wünſchen Ihnen zu Jhrer 
ſo ernſten Verantwortung volle innere ſittliche Kraft.“ 
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Comment la France est-elle 
aujourd hui defendue ? 
Der „Matin“ kündigte im November 1930 eine Artikelſerie ſeines Chefredakteurs 
über das Verteidigungsſyſtem an der franzöſiſchen Grenze an und 
präſentierte ſeinen Leſern dabei die obige Skizze, aus der erſichtlich iſt, daß der 
„Matin“ ſtillſchweigend Saarbrücken für Frankreich annektiert hat und es ſogar 
zu den wichtigſten ſtrategiſchen Punkten des franzöſiſchen Verteidigungsſyſtems zählt. 
Unkenntnis -- oder iſt hier der Wunſch der Vater des Gedankens? 
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