Full text: 1931 (0009)

Die Polarkundigen des Artillerie-Regiments v. Holtzendorff. Der Saarkalender er- 
hält nachſtehende Zuſchrift aus Simmern: „Der Saarkalender mit ſeinen Erinnerungen 
aus der Militärzeit hat in mir eine Epiſode aus meinen Saarlouiſer Artillerietagen 
wachgerufen, die unſere Batterie lange amüſierte. Wir hatten einen witzigen Wacht- 
meiſter, der ſich manchen Soldatenſcher3 mit uns erlaubte. Nachſtehend eine mir unver- 
geßliche Probe. Wir ſind zum Appell angetreten. Der Herr Wachtmeiſter muſtert uns 
mit ſcharfem Blick. „Wer“, ruft er, „hat von Euch ſchon mal etwas über Nordpol- 
fahrten geleſen?“ Zwei Kanoniere ſpringen vor die Front. „Na, Wrede, was haben Sie 
denn geleſen, he?“ „Peary“, Entdeckung des Nordpols, klang es ſelbſtbewußt zurück. 
„Sehr gut und Sie Panzer, he?“ „Nanſen, in Nacht und Eis, Herr Wachtmeiſter.“ 
Paßt vortrefflich! Iſt ſonſt noh ein Polarkundiger hier? Nich! Na, gut, Jhr zwei 
könnt Cuch bei mir um 2 Uhr zum Scneeſchaufeln melden.“ J< brauche Jhnen wohl 
nicht weiter zu melden, was ſeitdem die beiden „Nordpolfahrer“ von den Kameraden 
unſerer Batterie zu erdulden hatten. 
Blick auf Dillingen und Pachten. Jm Vordergrund die Saar. 
Zur Hebung der Volksmoral. Im Organ des Verbandes deutſcher Gaſtwirte ſtand 
unier dieſer Marke folgendes zu leſen: „Die Geſetzgeber ſind Verbrecher, die dafür ſorgen, 
daß ein Tanz vorzeitig abgebrochen wird, und die dadurch die jungen Leute in Nacht 
und Heimlichkeit hinausſchicken, ehe ihre Ermüdung ſo groß geworden iſt, daß ſie ſofort 
heimgehen. Ließe man ſie bis vier oder fünf Uhr austoben, ſo gingen ji alsbald wieder 
an die Arbeit, denn um dieſe Zeit ſieht ein Mädchen nicht mehr ſo verführeriſch aus wie 
um 3wölf Uhr nachts.“ 
Aus der Eignungsprüfung. Bekanntlich werden heute alle Handwerkerlehrlinge 
einer Eignungsprüfung unterzogen, die ſowohl das praktiſche, wie auch das theoretiſche 
Gebiet betreffen. Ein Screinerlehrling, der einen diesbezüglihen Aufſaß über die 
Schreinerei zu ſchreiben hatte und dem jedenfalls irgendwo der alte Schreinerſprudh über 
den Weg gelaufen war, „Von der Wiege bis zum Grabe muß man ſtets den Schreiner 
haben,“ ſchrieb zum Schluß ſeiner ſonſt nicht üblen Arbeit: „Selbſt das Kindlein in der 
Wiege zeuget von der Tüchtigkeit des Schreiners'“ CO. Sch. 
. Freundliche Einladung. „Hucke-n-eich Herr Parrer, ihr ſinn doch ſo mied wie e Hund! 
Hinnerm Owe ſchteht e Kluß un do ſchteht aa noch e Korb voll Quetſche -- lange zu! 
Die Saue freſſe ſe doch nit all!“
	        
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