Full text: 8.1930 (0008)

Saarkalender für das Jahr 1939 
Die Saargeier. 
„Der Dölkerbund wird es nicht zugeben, daß die Saarländer, heute frei 
und glückli<, in das deutſc<e Gefängnis zurückkehren müſſen, um dort als 
unglükli<e nationale Minderheit behandelt zu werden.“ 
Bommelaer, Dizepräſident des Comite des Forges de la Sarre, 
auf einer. Pariſer Derſammlung franzöſiſ<er Wirtſ<aftler. 
Es ſchimmert der Saal, er gleißet und glänzt, Wir dulden nicht der „Saar“ Verhängnis, 
PU Mane FR Mem mMn dropt das prtußiſhe Geſänmtist 
X fi : as wär" für Frankreich ein Skandal, 
Des Feſtmahls p. t. Publikum. Wo bliebe Freiheit und Moral! 
Um blinkendes Gold, den Herrſcher der Welt, Sie fordern, daß vor Preußens Ketten 
Sj. ihnen die Sanr das goeutoſeid. Die Welſchen dieſe Grenze retten.“ 
Seht der Wirtſchaft Machtfaktoren, ' : ; 
Kriegsgewinnler, Senatoren, SEO Meukt m Cue Ni 
Von England gar viel ſmarte Gäſte, -- Mein Freund, Senator Ordinaire 
Sie ſind vereinigt bei dem Feſte, “ : : 0. 
| ; : Iſt mir und Euch doh wohl Gewähr -- 
Allwo ſie zwiſchen Fiſch und Braten ; ; 
Des Saargebietes „Glück“ beraten Au fa ſter Kit ihr aha es ſhon, 
' „ ; ei feſter Kitt die Zollunion. 
Und ſieh, ſchon naht von ungefä Und kein Franzoſe läßt ſich's träumen 
Der De fon naht vor Rt Je dieſe Poſition zu räumen; 
Und er erhebt ſich, ſohlt und kohlt Da können wir ſie kneifen, faſſen, 
Der ſich ſo gut bei'uns erholt“ ! Es füllen ſich die welſchen Kaſſen, 
Einer iſt's der Haſardeure, : Der reichen Saar viel goldner Kies 
Das Clairon der Shwadroneure. vſt ſtets willkommen in Paris. 
Hier machte er ſich ſehr „geſund“. Da iſt gloire uns unabwendlih, ; 
Von welſcher Weisheit trieft ſein Mund: Und überdies, dann kommt ſie endlich, 
. Us BVerkündet's alle weit und breit 
„Der Völkerbund, ihm Preis und Dank Der Verſöhnung Herrlichkeit!“ , 
Sohl te am TET FEE Saat Da reckt ſich auf Herr Bommelaer 
Der liebe Herrgott tauſend Jahr. Yon Schwindein und vom Weine ſchwer; 
Wenn undankbar das Volk auch wimmert, S ! „Wie ſpißen ſie die Ohren, 
Das welſc<he Glück hat Genf gezimmert. Sie hören wie im Traum verloren 
Wir fühlen uns als Herr im Haus, Als Schluß der ſchönen Melodie: “ 
Und mit dem Deutſchtum iſt es aus! „Die Saar ſei Frankreichs Kolonie! 
Wie auch das Saarvolk drüben tobt, Für ſolche Rede ſelbſtverſtändlich 
Der Völkerbund ſei hochgelobt, Zeigt ſich die Runde ſehr erkenntlich; 
Wie Jahves würdige Propheten Die Worte haben wohlgetan, 
Mit Harfen, Pauken und Trompeten!“ Der Beifall brauſt wie ein Orkan. 
N 0 ISTt Die Kunſt, das Recht in Unrecht fälſchen, 
Für oldie Fede ſelbſtverſtändli<h Das ſcheint mir der esprit der Welſchen; 
3 g ſich ie Runde ſehr erkenntlich; Das Herz tief unten in den Hoſen 
Reh ERN Ai 2 Wem iſt es eigen? Den Franzoſen! 
Die Worte haben wohlgetan, Vom Frieden ſchwätzen und Verſöhnen 
Der Beifall brauſt wie ein Orkan, 0 mi der, Tat das NR ER Erne pennen! 
rx zu! randenden ahren 
Gedankenvoll, die Stirn gerunzelt, Wohlan, wir wollen's treu bewahren. 
Zi June kreuzvergnügt geſchmunzelt, Hier lebt ein ſtolzes, de n ſchr 5 
üllt weiter er in eitel Dunſt , . | H 
Die Gäſte durch der Rede Kunſt: Mithartem, zähem Kämpfermut. 
zDas Voik der herrlichen Gloire, Drummerkedir's, Herr Bomme- 
ie's edelmütig immer war; aer, 
Es kann es über's Herz nicht bringen, Ihr packt es nun und nimmer- 
Der Deutſchen Plan darf nicht gelingen; : mehr. 
Die „Saar“ will heim, zum Reich zurück, AlsChHhorauſ<tobdeinesFalles 
Wir ſchüßen ihres Volkes Glück; Einbrauſend: Deutſchland über 
Mon Dieu! Mit Schaudern denk' ich dran, alles! 
Der Trikolore braver Mann, AZ.
	        

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