Full text: 8.1930 (0008)

Saarkalender für das Jahr 1930 
„Stähli 
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Saaredho. 
Llinbeugſam und ſtolz wie in den Wäldern die Hochwaldeiche, 
So ſteht der Reſtkreis Wadern zum Deutſchen Reiche. 
Schluß einer Reſolution von den Vertretern des Kreiſes Wadern. 
Saargebiet und Pfalz ſind verbunden nicht nur durch Freundſchaft, ſondern durc< 
gemeinſame Not, was nod ſtärker zu bewerten iſt. Wir werden alles daran ſeen, um 
die geſamte ſaarländiſche Wirtſchaft und damit auc den pfälziſchen Teil des Saargebiets 
ſo zu wahren, daß er nach der Rückgliederung unverſehrt zurückgegeben werden kann. 
M. v. Vopelius 
anm 6. Februar 1929 auf der Feier :des pfälziſ<en Jnduſtriellen- 
verbandes in Neuſtadt. 
Mit hochtönenden Reden vom Selbſtbeſtimmungsre<ht der Völker wurde einſt die 
Schöpfung der Völkerbundskolonie „Saargebiet“ gefeiert. Glänzend ſollte die wirtſchaft- 
lihe Lage von % Millionen Menſchen werden. Es war eine Phraſe. Namenlos iſt das 
Elend von Hunderttauſenden mit ihren Familien. Nun aber iſt's genug! Die Arbeiter- 
ſchaft des Saargebietes erhebt ihre Stimme: „Zurück zum Reich!“ Das Volk iſt wichtiger 
als erpreßte papierne Verträge. 
Bezirksleiter Otto Pick, 
(12. Hauptverſammlung des driſtl. Metallarbeiterverbandes, 
17. September 1928). 
Warndtgebiet und Saargebiet iſt eine große Schickſalsgemeinſchaft, darum eine Ein- 
heitsfront gegen alle Lostrennungsbeſtrebungen. Wir wollen feſt zuſammenſtehen; wir 
wollen uns ſtemmen gegen jedes Fremdländiſc<h-Romaniſche, als uns weſensfremd. Unſere 
Aufgab2 und Ehre iſt es, Vorpoſten zu ſein für das ganze deutſche Volk und feſtzuhalten 
au Heimat und Vaterland! 
Walter Würz, Leiter des Jugendverbandes „Deutſche Saar“ 
(auf dem Heimatabend in St. Nikolaus, Warndt, 30. Nov. 1928). 
Dahin die Größe und der Ruhm, das Schwert zerbrochen, trotz aller Opfer und Siege 
rieſengroß. Die dargebrachten Opfer werden niemals vergeſſen ſein. Wenn Menſchen 
ſchweigen, ſollen Steine reden! Und das ſoll der Schwur an dieſer Stelle ſein: „Eher 
ſoll die Zunge am Goumen kleben, die Rechte verdorren, als daß wir der gefallenen 
Held2n vergeſſen! In Dankbarkeit und Liebe werden wir Eurer ſtets gedenken und Kinder 
und Kindeskinder werden dieſes Mal in Ehren halten!“ 
Pfarrer S<ilz3, Friedrichsthal. 
(Bei dex Weihe des Kriegermales, 25. Nov. 1988.) 
„Es iſt eine Verwirrung der Begriffe, eine argliſtige Täuſchung, wenn der jeßige 
Zuſtand des Saargebietes gleichgeſtellt wird mit Autonomie, wenn uns vorgegaukelt wird, 
durch eine entſprehende Abſtimmung könnte das Saargebiet ſich eine Selbſtverwaltung, 
ein unabhängiges ſtaatliches Daſein erwerben. Der jetzige Zuſtand, über den, außer den 
beiden andern Möglichkeiten, allein abgeſtimmt werden kann, iſt niht Autonomie, iſt 
niht Selbſtändigkeit. Er bedeutet autokratiſche Regierung eines Fünfmännerkollegiums 
mit vier Ausländern, ernannt durch den Völkerbund ohne Mitwirkung der Bevölkerung. 
Er bedeutet Ausſchaltung der Bevölkerung in Geſetzgebung und Verwaltung, Ausbeutung 
durch Landfremde zugunſten fremder Intereſſen, bedeutet Zwangseingliederung in weſens- 
jremdes Zoll- und Wirtſchaftsgebiet, die Beibehaltung einer fremden Geldwährung, auſ 
deren Stand wir keinen Einfluß haben. Er bedeutet Unterdrückung unſeres Volkstums, 
kurzum die Aufrechterhaltung der durch den vorliegenden Vertrag und vorliegendes 
Protokoll errichteten Verwaltungsordnung, -wie es im Saarſtatut heißt, bedeutet politiſche 
und wirtſchaftliche Sklaverei. Sie iſt gleichbedeutend mit dem Daſein eines unmündigen 
Kolonialvolkes, und die Beibehaltung dieſes Zuſtandes bedeutet zum Schluß den end- 
gültigen Verluſt unſeres Reichtums, unſerer Kohlengruben an Frankreich.“ 
Landesratsabg. W. S<hmelzer, Vorſizender der D. S. V 
(Am 28. Juni in der Saarkundgebung,) 
“ 
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