Full text: 7.1929 (0007)

Vorwort. 
  
) imm’ Ränzel, Hut und Wanderſtab 
und zieh’ hinaus in's Weite,“ möchte ich ermunternd dem treuherzigen Boten 
der Weſtgrenze, dem Saarkalender, beim Antritt ſeiner ſiebten Reiſe zurufen. 
Das nunmehr unentbehrliche Iahrbuch iſt auch diesmal wiederun: einzig von 
Saarländern für die liebe, alte Heimat geſchrieben und ihr gewidmet. Eigent- 
lich müßte der mit ſchwerem Gepäck belaſtete Geselle in recht feierlichem Ge- 
wand seinen langen, langen Weg antreten, denn er hat bei ſeinen Beſuchen 
viel freundliche Grüße und lieben Dank zu überbringen an alle, die ihm die 
Herzen ſo freudig geöffnet und seiner durch zahlreiche Zuſchriften in Proſa 
und Poeſie gedacht haben. Eine Fülle liebevoller Anerkennung hat er, wie 
ſtets, gefunden, aber auch an ihn gerichtete Wünſche gerne erfüllt. Ich konnte 
vielfach frohe Auskunft hinaussenden beim Nachforſchen über Derwandte und 
Bekannte ferner Heimatgenoſſen. Es war mir eine schöne Genugtuung, da- 
durch manches Band alter Freundſchaft erneuert zu sehen. 
Es würde zu weit führen, auf die zahlreichen Briefe aus dem Reich und 
der Ferne zurückzukommen. Ich will mich an dieser Stelle darauf beſchränken, 
den Briefgruß zu erwähnen, der nach meinem Ermesſen den weitesten Weg 
zurückgelegt hat. Es iſt ein Schreiben des alten St. Iohanners Iohann Philipp 
P i ſto r i u s, das von der Küſte des Stillen Ozeans aus Oakland in Kali- 
fornien eintraf. Wehmütig gedenkt unſer der alte Herr, er hat uns in ſeiner 
neuen, paradieſiſch ſchönen Heimat nicht vergeſſen und findet herzige, auf. 
munternde Worte für unsere Haltung in der dunklen Schickſalsſtunde. In 
einer größeren Reihe von Briefen werden diesmal auch materielle Forde- 
rungen laut. „Und ſie ſehnten ſich nach den Fleiſchtöpfen Egyptens,“ heißt es 
ſchon in der Bibel von den Israeliten in der Wüſte, unſeren Heimgenoſſen in 
den gesegneten U. S. A. geht es anscheinend ähnlich. Sie ſehnen ſich nach den 
ſaarländiſchen Spezialgerichten und wünjſchen für ihre amerikaniſchen Frauen 
Rezepte hierüber. Ein Meiſter ſeines Faches, Herr Er n ſt E i ch a < e r, war 
ſofort liebenswürdig bereit, die Geheimniſſe unſerer beſonderen Kulinariſchen 
Genüſſe dem Saarkalender zur Veröffentlichung aufzuzeichnen. 
ÖSG G E T H E Hz bh;
	        

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