Full text: 1928 (0006)

Saarkalender für das Jahr 1928 
    
  
  
orten. Ferbietet es der Fremde, dessen Blicke unheimlich im fahlen Dämmerlicht des 
- Mit Mühe stößt der Rötelhändler den Spaten in die gefrorene Erde + löst Scholle 
auf Scholle. Dann ein plötzliches Auffahren . . . . 
huteneht Ihr nit – Bauer! Der Schat iſt da . . . er liegt in einem länglichen Eisen- 
: Dem Bauer aber flimmerts vor den Augen und ihm iſt's, als bemerkt er eine durch- 
dringende Helle in der Grube. – Dann aber sfährt er zurück – – ~ der Fremde hat 
in seiner Kappe, die er aus der Grube zieht, mehrere hellglänzende Goldstücke – ein- 
fache und doppelte Louisd’ors! 
Er will zugreifen –~ der Fremde aber wehrt mit erregter Stimme: 
. »Bott! —~ nur nicht berührt --- sonst iſt alles aus“, nimmt dann ein Mesſer, wendei 
die gleißenden Goldstücke und wirft sie wieder in die Grube. 
K So Bauer! Nun laß gut sein, wir wollen uns freuen und im Hauſe alles weitere 
zubereiten.“ 
Ins Haus zurückgekehrt, verlangt der Schatzgräber einen Topf, etwas Oel und 
Kleie. Alles findet ſich -+ nur das Stück einer „Oſsterkerze“, das unbedingt notwendig 
iſt, kann nicht beigeſchafft werden. Man rät hin und her = bis der Schatzaräber den 
Vorſchlag macht, bei einem ihm bekannten Paſtor im Nachbardorfe erſt das Nölige zu 
holen und dann weiter zu graben. Dazu aber brauche er Geld, alles Geld im Hauſe . . . 
Einige Augenblicke später sind die Fremden und der Bauer unterwegs. – –~ =- 
In Wi es b a ch muß nun , Vetter Peter“ auf dem Kirchhofe, wie gefordert, aus 
einer neuen irdenen Pfeife Tabak rauchen und daſelbſt die Rückkehr der Schatzgräber 
erwarten. – Eine Stunde vergeht – und noch eine – –~ = bis unser „Vetter Peter“ 
bri Tagesanbruch auf den Gedanken kommt, ſamt seinen blanken Talern liederlichen 
Handwerksbursſchen in die Hände gefallen zu sein, was sich auch beim Nachgraben der 
Schatzgrube, in welcher er nur ein paar blanke Blechſtücke findet, bestätigt. 
Also geschehen zu L an d s w e il er bei Neunkirchen-Saar anno 1827. Das Saar- 
louiſer Landralsamt bringt die Geschichte zur Kenntnis und warnt im Saarlouviſer 
Intelligenzblatt die Bevölkerung vor den Strolchen, die durch einen plumpen Streich 
einen fleißigen Landmann um ſseine geſamten Ersparnisse gebracht hätten. 
mm. H. 
Verpachtung der herrſchaftlichen Gärten zu Saarbrücken 
im Jahre 1793. 
Daß Publicum iſt hiermit avertirt, daß alle herrſchaftliche Gemüß- nud Obſt-Gärten künftigen Sonntag 
Nachmittag um drey Uhr an den Meiſtbietenden vor dieſes Iahre nebſt den dazu gehörigen Wohnungen, wie 
auch die befindliche Reben auf hieſigem Rathauß auf bahre Bezahlung in aſsignaten verſteiget und verlaſſen 
werden; alwo jeder Liebhaber aufs fleißigſt eingeladen iſt, und geschiehet dieſe operation in gegenwarth der 
Commiſſaires und Municipalitäts-Beamten. 
Saarbrücken, den 20ten Brachmonath (Iuni) 1793. 2tes Iahr der Franken-Republique. 
O d e l i n , Par Commiſſion. 
Graf Philipp 11]1. von Naſſau-Saarbrücken und ſeine Uhr. Graf Philipp 111l. von Naſſau-Weilburg, der im 
Iahre 1574 in Saarbrücken zur Regierung kam, beſaß außer den Grafschaften Saarbrücken und Saarwerden 
auch die Herrſchaſt Stauf in der Pfalz. Wie im Heft 3/4 1926 des Pfälziſchen Muſeums mitgeteilt wird, ſchrieb 
der Graf am 26. November 1578 an Bartholomäus Bergner, ſeinen Kellner (Derwalter) in Stauf: „Soviel dann 
das Kleine Uhrlein belangt, bedunkt uns nicht, daß wir durch den Meiſter mit demſelben zum beſten verſehen, 
wie es denn allbereit einmal etlich ſtehn blieben; und bericht uns der wohlgeboren unſer fürſtlich lieber Bruder 
Graf Albrecht (von Ottweiler), als Ihre Liebden (Graf Albrecht) verſchiedener Zeit sſoichem Meiſter ein Uhrwerk 
abkauft, daß Ihre Liebden eben dies Uhrwerk, ſo des Meiſters Knecht (Geſelle) gemacht und Ihre Liebden nicht 
für Wehrſchaft (Zahlung) haben wollen, bei dem Meiſter geſehen, derntwegen unſer bevelch (Befehl), wofern Du 
ihme noch etwas daran ſchuldig, wolleſt ihme ſolches bis auf unſer Hinauskunft und bevelch. inbehalten 
und nicht folgens (auszahlen) laſſen.“ 
UGG GE GEG G E G GE G GG G C E G FZ I ZII FFII ISIS ZIS 
„Einigkeit iſt unfere wichtigſte Aufgabe, und das erſte muß sein, daß die Erterritorialitct é 
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t verſchwindet und die Kontrolle der Zollbehörden.“ s 
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J Führer der Kantonbewegung (China). Y 
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