Volltext: 5.1927 (0005)

  
  
  
Alter Winkel 
Phot. m. Wentz, 
in Saarbrücken. Saarbrücken. 
  
Zwei Briefe über Baarbriüicken aus dem Fahre 1814 *). 
Mitgeteilt von Profesſſor Dr. h. c. Ru p p e r s b e r g. 
Obgleich der Generalgouverneur Juſtus v. Gruner im Anfang des Jahres 1814 ver- 
sprochen hatte, daß nach dem Willen der verbündeten Monarchen alle Deutschen wieder 
mit Deutschland vereinigt werden sollten, wurden durch den Pariser Frieden vom 
30. Mai 1814, der Frankreich die Grenzen vom 1. Januar 1792 beließ, die Kantone Saar- 
brücken und St. Arnual und ein Teil des Kantons Lebach den Franzosen überlassen, 
obwohl diese Gebiete am 1. Januar 1792 deutsch waren. Die Bestürzung und Empörung 
über dieſe unerwartete Wendung waren in den Städten Saarbrücken und St. Johann 
allgemein. Die Bürger hielten erregte Versammlungen ab und beſchloſſen, eine Ab- 
ordnung an den Generalgouverneur Gruner zu senden. Doch dieser konnte ihnen wohl 
Teilnahnne entgegenbringen, aber keine Abhilfe in Aussicht stellen. 
Zu bemerken bleibt hier noch, daß Juſtus v. Gruner am 2. Februar 1814 nachstehen- 
den Aufruf erlassen hatte: „Bewohner dieser deutſchen, lange unterjochten Länder! Ein 
Deutscher komme ich zu Euch den Feuer vermißten, Feuer wieder erkämpften Brüdern ... 
Bringt willig die Opfer des Augenblicks zur Befeſtigung einer ehrenvollen, glücklichen 
Zukunft . .. Gedenket des großen Reichsverbands und der gemeinsamen Sprache, die 
Euch auf ewig mit uns verbindet. Beweiset Euch würdig, Deutsche zu sein, und Ihr 
werdet es bleiben... Laßt uns voll Mut und Eintracht gemeinschaftlich das hohe Ziel 
der Wiederherſtellung Deutschlands und der Freiheit Europas zu erreichen streben.“ 
ES. üg der beiden hier mitgeteilten Briefe befinden sich in dem Geheimen Staats- 
archiv in Berlin. ; 
  
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