Full text: 1927 (0005)

Saarkalender für das Jahr 1927. 
Füſ. P. Krämer, Lebach;.: Füſ. N. 
Kiefer, Ro d en; Füſ. J. Meunti eur, 
Sa arl oui s; Füſ. P. L am b es, Los - 
h eim ; Unteroffizier L. Klein, Sa ar- 
brücken;. .. Füſ. . Matth. Peter, 
Schwarzenholz; Füſ. IJ. G r ü n, 
Püttlingen; Füſ. Breit, Weiten; 
Füf.. P. Ras, Gold ba <; . Füf. C. 
Schäfer, Saarlo uis; Füſ. Knörr, 
St. Jo h ann; Füſ. Altmeier, Ro- 
d en; Füſ. Jung mann, Heuswmweßee.i.- 
l er; Füſ. Nik. Schleich, Fraulau- 
tern; Füf. Fr. Dien er, St. Johan n; 
Füſ. Dr a pp, Brot dorf; Füſ. J. Se i- 
werts, Baller n. – Vermißt: Füſ. M. 
Schmidt, Lebach; Füf. J.. Bae - 
na <, Mon d orf; Füſ. N. Biegler, 
Dillingen; Füſ. Bils dorf er, Bils- - 
dorf: Füſ. P. Weirich, Pachten; 
Füs. J. Neu, Steinbach. 
Im Gef echt b ei Durlach (25. Juni 
1848) : Tot: Füſ. Joh. Müller, Neu- 
forweiler. – Verwundet: Füſ. W. 
Himbert, Felsberg; Füſ. Georg 
Sander, Saarwellingen; Füf. O. 
Paul, Lebach; Füſ. Grau, Rech; 
Füſ. P. Paul, Ruß hütte; Füſ. P. 
Schneider,. Tholey;. Füſ. Kunz, 
Marpingen; Füſ. Löſch, Güdin- 
g en; Füſ. P. Barn, Urweiler ; Füſ. 
P. Jachmann, St. Wendel; Füf. 
Valentin Kramer, Dudweiler; 
Füs. Fr. Str auß, Ottweiler; Fü. 
P. Zeitz, Fi ſch ba ch. 
Erſt im Sommer des Jahres 1849 er- 
folgte die Niederwerfung der Revolution. 
Schon . als das Frankfurter Parlament 
einen Beſchluß gegen das Einſchreiten 
Preußens in Sachſen gefaßt hatte, waren 
auch die Mandale der preußischen Abgeord- 
neten von der Regierung für erloſchen er- 
klärt worden. Die Autorität der Regierun- 
gen in den einzelnen Staaten war wieder- 
hergestellt, aber der deutsche Bund blieb 
gerriſſen. Am 31. Januar wurde in Preußen 
die Verfaſſung verkündigt. und am 6. 
Februar vom König nach langem Bedenken 
feierlich beſchworen, allerdings in der aus- 
drücklich kundgegebenen Hoffnung, daß es 
auf verfaſſungsmäßigem Wege gelingen 
werde, sie „den Lebensbedingungen 
Preußens immer entsprechender zu machen“ 
und mit nachdrücklichem Hinweis auf die 
„Hiſtoriſch-politiſche Notwendigkeit, daß in 
Preußen der König regieren müſſe und 
nicht die Volksvertretungn. – Das Werk 
der deutſchen Einigung war aber trotz aller 
Opfer, mit denen die Nation hauptsächlich 
für diese Idee gekämpft, mißlungen, und 
erſt 20 Jahre ſpäter sollte der Einheits- 
gedanke vom deutſchen Vaterland endgül- 
tig durchgeführt werden. – 
Zuſammenhängend mit dieſen Vorkomm- 
niſſen aus diesen wirren Zeiten iſt die 
tragiſche Erſchiekung von drei Landwehr- 
leuten in Sa ar l o u i s. Am 20. Mai 1849 
wurde in Pr üm das dortige Zeughaus 
von bewaffneten Volksmassen gestürmt. 
Die Bewachung dieses Zeughauſes war 100 
Landwehrleuten aus der Umgebung an- 
vertraut. Dieſe weigerten ſich nun aus 
leicht begreiflichen Gründen, in die Menge 
zu schießen. Sie wurden nun am 6. Junt 
nach Saarlouis eskortiert. Eine Zeitungs- 
notiz """”? vom betr. Tag ſcc<hrieb ü...a.. 
. . Nachdem der Oberſtleutnant 
v. Horn eine Anſprache ſowohl an dic 
Landwehr, die ohne Waffen, in schlechter 
Montierung bleich und lautlos zuhörend, 
einen herzergreifenden Anblick gewährte 
~ man ſah Männer und Frauen umher 
weinen, hörte sie laut ſchluchzen – nach- 
dem er einige ermunternde Worte an die 
Linientruppen gerichtet, welche in kürzester 
Zeit die beſchwerlichſten Märſche gemacht. 
den traurigen Befehl erhalten hatten, ihre 
verführten Kameraden nach Saarlouis zu 
eskortieren, marſchierten die Truppen unter 
Trommelſchlag aus der Stadt (Prüm). 
Manche Frau weint heute um ihren Brot: 
erwerber, und die eigentlichen Verbrecher, 
die Urheber all dieſes Unglücks, stehen in: 
Hintergrunde und freuen ſich, daß ihre 
Plänchen gelungen und daß man gerade ſie 
nicht zur Verantwortung hat ziehen kön- 
nen.“ – Eine weitere Notiz meldet über 
die Ankunft in Saarlouis: 
Sa arlo ui s, 12. Juni. Gestern vor- 
mittag langten, von einer 200 Mann 
ſtarken Abteilung des 25. Inf.-Regts. es- 
kortiert, die durch den Sturm des Prümer 
Zeughausſes gravierten (belaſteten) 67 
Landwehrleute, von denen 7 gefesselt 
waren, hier an. . . Der Anblick dieser, ihren 
troſtloſen Familien auf lange Zeit entrück- 
len Unglücklichen, welche von dem anhalten- 
den Regen ganz durchnäßt waren, machte 
auf die wenigen Neugierigen, die sich bei 
zer V crcch einfanden, einen wehmütigen 
indruck.“ ~ 
Am 18. Auguſt begannen die Sitzungen 
des Kriegsgerichtes in Saarlouis über die 
  
*#*%) „Anzeiger für die Kreiſe Saarlouis, Mer- 
His Ottissilés; Saarburg und Deutſch-Lothrin- 
  
129 
Saarkalender 1927
	        
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