Full text: 1925 (0003)

Saarkalender für das Jahr 1925 
„Heurath" und Wehrpflicht 1813. 
PVon A. S. 
Die Stellung der Bevölkerung des Saargebiets zu der in Preußen. eingeführten 
allgemeinen Wehrpflicht war anfänglich eine ablehnende. „Das Volk in Waffen“ 
war nicht nach dem Wunſche unserer Vorfahren, sie ſehnten ſich nach Ruhe und 
mußten alle Hände rühren, um wieder einen gewissen Wohlstand zu erreichen. Die 
„Saarbrücker Zeitung“, damals „Saarbrücker Intelligenzblatt“, bringt wieder und 
immer wieder aufklärende Artikel, um Verständnis für den Heeresdienst im Frieden 
zu erwecken. Im Irrtum darüber betindes. ; zzekeit : Hirgermeitter ü 
t zhüzter. seh verpeualete Ferionen y Piutärtint betten. len. Os uh §§ 
Land. Die Hochzeitsfidel kommt nicht zur Ruhe. Auf dies Vergnügen folgt dann 
der Katzenjammer durch eine Verfügung der Regierung zu Trier, die im Blatte er- 
klärt: „Wie es ſcheint, haben die Herren Burgermeister den Zustand der Verheu- 
rathung als an und für ſich ſchon für die Unentbehrlichkeit zu Hauſe sprechend 
angesehen. und die Verheuratheten mit den Uunverheuratheten-Unentbehrlichen ver- 
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eſertionen werden hauptsächlich der sträflichen Nachlässigkeit der Ortsbehörden in 
ufsuchung derselben und der Gleichgültigkeit, womit ſie dieſelben dulden, zu- 
geschrieben." Die Beigeordneten, Bürgermeiſter und Schöffen werden angewiesen, die | 
Einwohner über die strengen Strafen. aufzuklären, die durch Unterſtützung der Flücht- 
linge den Bewohnern drohen. In der Zeitung erscheinen dann auch Belobungen, 
wenn es einem Beamten geglückt iſt, Deſerteure einzufangen, die übrigens, wie aus 
einem am 13. Juni 1823 veröffentlichten Urteil des Landgerichts hervorgeht, mit der 
Konfiskation ihres Vermögens beſtraft werden. Nach diesem Jahre ist die Bevölke- 
rung in den zuerst etwas eng anliegenden preußiſchen Soldatenrock hineingewachſen. 
Man fühlt sich wohl in ihm, trug ihn. mit Stolz und bewährte sich hervorragend in 
allen soldatischen Tugenden. 
  
Wiegenlied. 
Mozarts Wiegenlied mit ſaarländiſchem Jext 
v. N. 5. 
Schlafe, mein Prinzchen, ſchlaf ein! Schlafe, mein Drinzchen, ſcklaf ein! 
Frei noch von Sorge und Dein, Edel und deutſch ſollſt du ſein; 
Sielkſt nicht die Heimat umlokt, Bleißse im Leide bewährt, 
Nknſt nicht des Saarlandes Not! Heilig dir Heimat und Rerd! 
Herzen, ſo feſt und ſo hehr, inſt nack düſterer Nackt 
Schirmen des Vaterlands Ehr’, Sonniger Morgen uns lackt, 
Laſſe die Raben nur ſchrei’n, Frei dann die Saar und der RKein, 
Schlafe, mein Drinzchen, ſchlaf’ ein! Schlafe, mein Drinzchen, ſchlaf ein! 
Schſafe, mein Drinzchen, ſckhlaf’ ein! 
Engel behüten dick fein, 
Fülle ihr heiliges Weh'’n, 
Fürcht’ nicht im Kampfe zu ſteh'n; 
Dann grüßet Wafkrkeit und Recki, 
Saarvolk, Dein edel Seſcklecht 
Freikeit mit leucktendem Schein, 
Schlafe, mein DTrinzchen, ſckhlaf ein! 
  
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