Full text: 3.1925 (0003)

Saarkalender für das Jahr 1925 
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Baarländiſches Immergrün. 
Erinnerungsblätter aus dem Landesrat. 
Zur Zollabſchnürung 1925. Die Folgen werden ſich bemerkbar machen im Saargebiet in großer 
Arbeitsloſigkeit, in Frankreich in der Reduzierung seiner blühenden Induſtrie, in Süddeutſchland in 
Mangel an Rohſtoffen für die weiterverarbeitende Induſtrie. Kann man ſich eine törichtere Politik 
denken ! Überall ſchafft dieſe Politik nur Ruinen und die Ruinen werden geſchaffen 
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bildung, daß es möglich sei, Völker vollkommen in ihrer Sinnesart zu verwandeln, das iſt die Urſache 
für eine derartige törichte Politik. . . .. Hier iſt die Gelegenheit für den Völkerbund, zu beweisen, 
daß er wirklich etwas mehr iſt als das ausführende Organ des franzöſiſchen Willens. 
Abg. Dr. Röchling (Landesrat 13.12.23). 
Wir Saarländer haben das größte Intereſſe daran, den Völkerbund in ſeiner wahren Geſtalt 
und in seinen wahren Zielen hochzuhalten. Der Völkerbund ſoll einmal über unſere Zukunft ent- 
ſcheiden. Große Ziele laſſen ſich überhaupt nicht von heute auf morgen erreichen. Aber wenn wir 
uns mannhaft wehren gegen alles, was uns nicht zukommt, dann werden die Entſcheidungen doch 
ſchließlich so ausfallen, wie wir es hoffen und wünſchen. 
Abg. Dr. Röchling (Landesrat 15.5. 1923). 
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SGaarländiſcher Nachklang zur Kantfeier. 
(200 jähr. Geburtstag, 22. April 1924.) 
Der beſtirnte Himmel über mir 
und das Gewiſſen in mir ! 
Noch lebt und webt dein Geiſt! In drückend dunklen Tagen 
Erſchüttert uns des Weiſen ewig wahres Wort : 
Der Sternenhimmel, reicher Troſt in Beelenklagen, 
Des Herzens Btimme reiß' zur Pflicht, zur Tat dich fort! 
Nach ewigem Geſetz die fernen Welten geh'n, 
Wie dir in eig'ner Gruſt des Schickſals Bterne ſteh'n. 
Am denutſchen Geiſteshimmel leuchten helle Sterne, 
Bie ſtrahlen Kraft in Haarlandsherzen, Troſt und Halt ; 
Bie rufen dich aus düſtrer Qual Gedankenferne 
Zu deutſchem Opfermut mit zwingender Gewalt, 
Und kategoriſch klingt's aus inn'rer Not: Du mußt! 
„Dertrau' dem denutſchen Gott in deiner eig'nen Bruſt!" 
A. Z. 
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Politische GesundhHheitsregeln. 
Welche Regierung iſt die beſte ? Diejenige die uns lehrt, uns selbſt Sr U Gen Und: Reflexionen. übt. 5) 
Das Vaterland zu miſſen iſt ein großes Weh, das größte Weh! 
Eurypides (4800406 vor Chr.): 
A tous les cœurs bien nés que la patrie est chère! 
Wie teuer iſt allen edlen Herzen das Vaterland! 
Voltaire (Tancred’ 1760) 
O unglückſelige Stunde, da das Fremde in diese ſtill beglückten Täler kam, der Sitten trome Unſehute f zrritsrep! 
Leben. 
Ich haſſe jeden, deſſen Dankbarkeit erlijtt. sides (um:480-.406 ‘vor: Chr.) 
Denckt, wer aus danckbarkeit ſo viel gibt, als er kan, * .. 
Und sei es noch ſo ſchlecht, der hat genug gethan. 
Schlußvers von Andr. Tſchernings „Früling" 16412. 
. . und was iſt vergeßlicher als Dankbarkeit ! 
Schiller (Don Karlos) (1787). 
  
  
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