Full text: 2.1924 (0002)

  
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*) Die Zeit von 600 + 26. Februar 1920 ſiehe Saarkalender 1923. 
Saarkalender für das Jahr 1924. 
Zeittakel 
zur Geschichte der Stadt und Grafschaft Saarbrücken vom Antritt der 
Regierungskommission des Saargebiets am 26. Febr. 1920 bis Aug. 1923]*) 
Zusammengestellt von A. Z. 
1920. 
Februar: Die Regierungskommisſion des 
Saargebiets tritt ihr Amt an. Priäſident 
Rault veröffentlicht einen Aufruf an die 
Bevölkerung des Saargebiets. Die Prokla- 
mation ſchliekt mit folgenden Worten: 
„Die Regierungskommission iſt entschlossen, 
unter der loyalen Mitwirkung der Bevölke- 
rung im Saargebiet den Geiſt der Ordnung, 
der Freiheit und der Gerechtigkeit walten 
zu laſſen, andererseits aber auch das Wohl- 
ergehen und die perſönliche Sicherheit der 
Einwohner zu gewährleiſten und ihren 
Rechten Achtung zu verſchaffen.“ 
März: Ein Gedenktag überwältigender 
Kundgebungen des einigen Saarvolkes für 
Freiheit und Deutſchtum. 
Juli: Einführung der Frankenlöhnung auf 
den Saargruben. 
Juli: Die Regierungskommission gibt fol- 
gendes bekannt: „Das Wappen des Saar- 
gebiets ſtellt einen gevierteilten Schild dar 
und setzt ſich aus nachfolgenden, verſchie- 
denen ſaarländiſchen Stadtwappen zuſam- 
men. Im rechten Felde oben: Auf ſchwar- 
zem Grunde ein silbernes Zugrad mit eben- 
ſolchen Schlägeln. Im rechten Felde unten: 
Aufgehende goldene Sonne auf ſilbernem 
Grunde. Im linken Felde oben: Rote Roſe 
auf silbernem Grunde. Im linken Felde 
unten: Silberner Löwe auf blauem, mit 
vier silbernen Kreuzchen belegten Unter- 
grunde. Entsprechend den Grundfarben der 
einzelnen Wappenfelder letter sich die Far- 
ben des Saargebiets in ihrer Reihenfolge 
alſo zuſammen: Blau, Silber und Schwargz. 
Demgemäß führt die Fahne des Saargebiets 
die drei Farben: Blau, Weiß und Schwarz 
und zwar gehen die Streifen in horizon- 
talor Richtung, Blau oben, Weiß in der 
Mitte, Schwarz unten.“ 
Auguſt: Gründung einer Oberpoſtdirektion 
des Saargebiets. 
Aug.: Beamtenſtreik, der in voller Ruhe 
verläuft. Die Regierungskommiſſion über- 
gibt die Gewalt dem General, der den Be- 
lagerungszuſtand erklärt. Zahlreiche Aus- 
weiſungen und Verhaftungen, u. a. werden 
verbannt die geſamte Redaktion der „Saar- 
brücker Zeitung“ bis auf einen Redakteur 
sowie die Direktion und der Besitzer der 
Druckerei Gebr. Hofer. 
Aug.: Das Erſcheinen der „Saarbrücker 
Zeitung“ wird auf die Dauer eines Monats 
verboten. 
September: v. Boch tritt aus der Saar- 
regierung aus, Dr. Hector, Saarlouis, wird 
sein Nachfolger. 
1921. 
1. März: 600 Jahre Stadt Saarbrücken. 1. März 
1321 wurden Saarbrücken und St. Johann 
ße! Lo! Johann ]. die Stadtrechte ver- 
1. Mai: Einführung des Franken bei der Poſt 
und der Eiſenbahn. 
3. Mai: Gründung der franzöſisch- ſaarländiſchen 
Handelskammer. – Einführung des neuen 
Saarbrücker Bürgermeiſters Dr. Neikes. 
9. Aug.: Eröffnung des Oberſten Gerichtshofes 
für das Saargebiet in Saarlouis. 
3. September: Schließung der Völklinger Hütte 
30. 
infolge eines Streiks von 3. September bis 
1. Oktober. Rault aufhebt Ausweisungen. 
Abstand in Zukunft. Rault bestätigt bis 1925. 
Sept.: Eine saarländische Delegation reiſt 
nach Genf, um den Völkerbund auf die 
ſtriſzoktice Notlage ds Saargebiets hin- 
zuweisen. 
1. Oktober: Einführung des Franken bei den 
Kommunalverwaltungen. 
. 15. Okt.: Protest der Saarbrücker Bevölkerung. 
40 000 Demonſtranten im HLudwigspark 
gegen Maßnahmen der KRegierungskom- 
mission. In der Entſchließung wird erklärt: 
Volle Bereitwilligkeit, den Versailler Ver- 
trag zu erfüllen. Verlangt wird aber wirk- 
liche Treuhand der Regierungskommission, 
Schaffung eines Saarparlaments und Wirt- 
ſchaftsrates. Ferner wird Einspruch erhoben 
gegen die Maßnahme, den Gemeinden die 
Erhöhung der Gehälter in Mark zu unter- 
sagen und den Franken einzuführen. Pro- 
teſtiert wird ferner gegen die Einſchrän- 
kung des Selbſtverwaltungsrechts in den 
Gemeinden. Begrüßt wird die Saar-Dele- 
gation beim Völkerbund und ihr volles 
Vertrauen ausgesprochen und ſodann die 
der Delegation fälſchlich unterſtellten Ab- 
sichten zurückgewiesen. Ferner wird Front 
gemacht gegen den Ausverkauf der heimi- 
ſchen Geschäfte durch Ausländer und hier- 
gegen sofortige gesetzliche Maßnahmen ge- 
fordert. Zum Schluß wird ein Telegramm 
an den Völkerbund abgeſandt, daß alle gee. 
ſchlosſen hinter der Forderung und Er- 
klärung der nach Genf gesandten Dele- 
gation stehen. 
Dezember: Bischof Dr. Korum von Trier f. 
Sein Heimgang wird von allen be- 
klagt, die Presse feiert ihn als Biſchof 
Korum, den Deutschen. Seinem Auftreten 
verdanken wir die unterlaſsſung der Zu- 
teilung des Saargebiets zum Bistum Megt. 
Es beginnt der Kampf um die Erhaltung 
der deutschen Schule. Heftige Preſſefehden. 
  
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