Full text: 1923 (0001)

Saarfalender für das Jahr 1923 
Industrie 
1717 Georg Wentzel, Pever Kauffeht und Valentin 
Strauß errichten eine Spiegelglashütte im 
Warndtwalde bei (St. Nicola. Urſprung des 
Ortos Carlsbrunn. 
Graf Friedrich Ludwig erbaut die „neue 
Eiſenhütte an der Sulzbach“. 
Auf Veranlaſſung des (Grafen von Saar- 
brücken orlimden die Gebr. Gerhard, Wartim 
Wentzel und Avollf Eberhard eine Glashütte 
bei 'Frieldrichsthal. 
Erbauung einer Eiſenſchmelze bei Fiſchbach 
und eines Eiſenhammers in Scheidt (, übel 
angelegt und wenig vom Nuten“ heißt es 
über Den Scheidter Hammer in einem 
zeitgenöſſiſchen Bericht). == Das Neun- 
Kircher Eiſenwerk wird als. „das kon- 
ſüdevabelſte von allen Hüttenwerken in den 
diesſeits rheiniſchen Landen, ſowohl wegen 
der guten Lage als auch wegen des Eiſen- 
ſbeins“ geprieſen. 
1734 Gründung einer Eiſenſchmelze mit Hammer 
und Friſchfewern im St. Ingbert. 
1739 Matthias Adt eröffnet eine Doſenmacherei 
zu Ensheim (Hausinduſtrie). 
Errichtung eines BPlatinem- oder Blech- 
hammers bei Jägersfreude. (Gebr. Gouvy, 
Suarlouts.) 
Errichtung eines Stahlhammers bei Gof- 
fontaine. (Gebr. Gouvy, Saarlouis.) 
Bau eines Schmelz- und Hammerwerks 
„am Halbera“. 
Auf der Sulzbacher Hütte gelingt zum 
erſten Mals in Deutſchland der Verſuch, 
mit Koks Gußeiſen zu erblaſſen. Beginn 
der Koksproduktion im aroßen (in Muſſfel- 
öfen) auf der Grube Dutweiler. = In 
Stinwiler wvird vine Borizellanſfabrik exr- 
Ut. 
Eibaueunn eines Senſenwerks amSchanzen- 
bera. 
Beginn der regelmäßigen Sochofenfeuerung 
mit Koks in Sulzbach. 
Erbauung des „Dralztzugs“ am Walk- 
mühlenweier. 
Die Werke Hallbera, Geislautern und Fiſch- 
bacy werden an eine franzöſiſche Geſell- 
ſchaft verpachtet. (Le Clerc, Jolly & Co., 
Baris.) 
Bei Quierſchied wird eine Glushütte er» 
baut. Etna aleichaltrig mit dieſer ſind die 
Gersweiber und Mavriannenthaler Glaghütte 
zu Schnappach. 
Gründung der Berliner Blautefabrik Gebr. 
Appolt, Sulzbach. : 
Auch das Neunkircher Eiſemwerk geht in 
franzöſiſche Hände Über. (Le Clerc, Jolly 
& Co., Paris.) 
1784 Georg, Heckel gründet zu St. Johan eine 
Hanfſeilſpinnerei. 
1784 Gründung der Martiannenthaler Clashütte 
im Sulzbachtal. 
Verpachtung dier Übrigen Eiſewhütten der 
Grafſchaft Sarnrbrückem am die Geſellſchaft 
Equer in Paris (die auch die Kohlenaruben 
nepadybet Hatte). 
Bergbau 
1750 Fürſt Willyelm Heinrich von Raſſau-Saar- 
brücken übernimmt ſämtliche Gruben ſeines 
Landes gegen entſprechende Entſchädigung 
an die bisherigen Beſiter in landesherr- 
liche Regie. = Das Recht des Kohlen- 
handels wird für 1000 Gulden jährlich an 
Philipp Quien zu Saarbrücken und. zwei 
Genoſſen verpachtet. Die geſamte Kohlen- 
ausbewbe mußte bei Strafe an ſie ab- 
oeführt werden. Die Kohlenproduktion 
betrua 1750 etwa 2400 Fuer (etwa 3600 
Tonnen). 
Die Eröffnung von Steinkohlengruben und 
der Kohlenverkauf durh Private wird mit 
100 Reichsbalern Strafe bedroht. 
Die „Rußhütte“ unternimmt die erſten 
Verſuche zum Ausgielhem (Verkoken) der 
Steinkohle. 
Die Kohlenförderung ſteigt auf 3000 Fuder 
(etwa 12 000 Tonnen) jährlich. 
Nach Uebernahme ſämtlicher Steinkohlen- 
arvben auf Jamndesherrliche Rechnuna ex- 
folat die Abgabe ider Hausbrankdſkohlen an 
ſämtliche Untertanen zum Förderpreis 
(Urſprung der Berechtigungskohlen). Schon 
früher hatten einzelne Gemeinden das 
Vorrecht des wverbilligten Kohlenbegzugs 
genoſſen. = Der Abſſak der Saarkohlen 
Zu Schiff ſaarabwärts wird dem Kaufmann 
Röchlima Übertragen. 
Die Bergarbeiter aründen zur qgegen- 
Jeitigen Unterſtüßung eine „Brudierbüchſe“ 
(ÜVwiſprung des Saarbrücker Knappſchiäfts- 
wvervims). 
Die Grube Griesborn (ein Teilt der heutigen 
Grube Kronprinig) nimmt als erſte deutſche 
Grube eine Berwerks - Dampfmaſchine 
(pompe ä feu) in Betrieb. 
Die Firma 'Lechere, Joly & Co. erhält die 
Ausfuhr der Saarkohlben wach Frankreich 
als Monopol. 
Heinrich Karcher, Saarbrücken und Gebr]. 
Böcking in Koblenz erhalten die Ausfuhr 
der Saarkohlen nac<h Deutſchland zu 
Waſſer, Kommerzienrat Röchlina die zu 
Lande als Privileg. 
Die Kolhſllenförderung ſteiat auf 383 810 
Fubder (etwa 50 000 Tonnen); davon aingen 
41 500 Futder nach) Deutſchband, 5200 Fubder 
nach Frankreich, 12 100 Fuder wurden im 
Inland verbraucht. = Ueber den Stand 
des Bergbaus aus dem Jahre 1790 iſt uns 
folgende Ueberſiht erhalten: Es waren 
folwende Gruben in Betrieb: Naſſau- 
Samorbrüdgden 9 landesherrliche Stein- 
kohlenaruben (Sulzboch-Dudweiler, Ruß- 
(hütte, Groß- und Bauernwald, Shmwalbbach, 
Wahlſchted, Gersmweiler, Geishautern, Kohl- 
wald und Welkesnveiler), außerdem zwei 
„Glashüttengaruben“ zu Friedrichsthal und 
Quierſchied. In der Herrſchaft Illingen 
die [andesherrliche Grube Illingen und 
eine Glashüttenarube (zu Merchweiler, in 
der Grafſchaft Blieskaſtbel die landes» 
herrliche Grube zu St. Inabert; ſchließlich 
die Grube Hoſtenbach, die der Abhei Wad- 
auſſen gehörte. 
1754 
1758 
1765 
1766 
1769 
1778 
1776 
1789 
1790 
141]
	        
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