Full text: Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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aneantir toute possibilite d'une reprise rapide de la vie economique 15 . Vorerst sollte 
nur das Führungspersonal in den Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten oder einem 
Kapitalbestand über 500.000 RM (Stichtag war der 1. Januar 1945) entnazifiziert 
werden. Als Betroffenenkreis nannte Laffon patrons, membres des Conseils 
d'administration et de direction, ingenieurs et cadres. 
Auch im Bereich der Privatwirtschaft waren lokale Untersuchungsausschüsse und 
mehrere Säuberungskommissionen vorgesehen. Die personelle Zusammensetzung 
wurde aber zahlenmäßig vorgeschrieben. Für die Untersuchungsausschüsse galt fol 
gende Zusammensetzung: 
- ein Vertreter der Unternehmerschaft 
- ein Vertreter der leitenden Angestellten und Ingenieure 
- ein Vertreter des Meisterpersonals 
- zwei Vertreter der Arbeiter und Angestellten 
Die Mitglieder wurden auf Vorschlag der jeweiligen Interessenvertretung vom deut 
schen Verwaltungschef ernannt. Sie überprüften die Angaben im Fragebogen, stell 
ten eigene Ermittlungen an und stuften die Betroffenen in folgende Kategorien ein: 
1. Personen, die als politisch unbelastet gelten konnten; 
2. Personen, die analog zu den Vorschriften der Verwaltungssäuberung automatisch 
zu entlassen waren; 
3. verdächtige Personen, die als NS-Aktivisten oder als Denunzianten galten, so daß 
ihr weiteres Verbleiben am Arbeitsplatz unerwünscht war (ayant eu une activite 
teile que sa presence au poste qu'elle occupe serait de nature ä compromettre en 
Allemagne le retablissement des libertes des institutions democratiques). 
Die Direktive betonte, daß die Einstufung des Betroffenen nicht allein aufgrund der 
formalen Belastung erfolgen dürfe. Die deutschen Organe sollten vielmehr versu 
chen, die tatsächliche nationalsozialistische Aktivität festzustellen. Eine außerge 
wöhnlich rasche berufliche Karriere oder überdurchschnittliche Gewinne könnten da 
für Anhaltspunkte liefern: Le fait de n'etre pas qffilie ä teile ou teile Organisation ou 
de n’avoir appartenu ä aucune, ne sera pas considere comme absolutoire l6 . Der 
Untersuchungsausschuß bereitete die Akten der Personen der dritten Kategorie (s.o.) 
vor und übergab sie der Säuberungskommission. Für die zweite Gruppe schlug er 
selber Sanktionen vor: Je nach Ausmaß der Belastung ein zeitweiliges oder ein end 
gültiges Beschäftigungsverbot in einer Führungsposition. Danach übergab er den Fall 
der Säuberungskommission. Diese setzte sich aus sieben Personen zusammen: 
- ein Beamter der deutschen Wirtschaftsverwaltung 
- je ein Vertreter der Unternehmerschaft sowie der leitenden Angestellten 
und Ingenieure, beide von der Wirtschaftsverwaltung ernannt 
- ein Vertreter des Meisterpersonals und zwei Vertreter der Arbeiter und 
Angestellten, von der Gewerkschaft vorgeschlagen 
- ein Repräsentant der Antifaschisten oder der Opfer des Nationalsozia 
lismus (ojfrant toute garantie d'integrite), vom Verwaltungschef bestimmt 
15 Ebd. 
16 Ebd.
	        

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