Full text: Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

78 
sympathisants du nazisme, mais de les rendre inoffensifs en les plagant dans des po- 
stes de second ordre ou en les mettant dans un rapport de stricte dependance vis-ä- 
vis d'autres fonctionnaires nommes ou promus pour la solidite de leurs convictions 
anti-nazies 8 . 
Die automatischen Entlassungskategorien des SHAEF-Handbooks wurden über 
nommen 9 und für die NS-Jugendorganisationen verschärft. Als neue Grenze galt für 
die HJ der Rang eines Gefolgschaftsführers und für den BDM die Mädelgruppenfüh 
rerin. Die eigentliche Aufgabe der neuen deutschen Organe bestand darin, über Na 
tionalsozialisten, die nicht automatisch zu entlassen waren, individuell je nach Bela 
stungsgrad abgestufte Sanktionen zu verhängen. Laffon zählte drei mögliche politi 
sche Belastungen auf (regles nouvelles): 
- Personen, die aktiv die NS-Propaganda unterstützt oder an NS-Aktivitäten teilge 
nommen hatten; 
- Personen, die zwar nicht direkt an NS-Aktivitäten teilgenommen, aber ihre Namen 
dazu hergegeben oder eine materielle Unterstützung geleistet hatten; 
- Denunzianten 10 11 . 
Deutsche Untersuchungsausschüsse und Säuberungskommissionen überprüften alle 
Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung und in Einrichtungen des öffentlichen 
Rechts. Sie setzten sich aus Vertretern des betreffenden Verwaltungszweiges und aus 
Repräsentanten des politischen, konfessionellen und gewerkschaftlichen Milieus zu 
sammen; die ersten wurden vom jeweiligen Behördenleiter, die anderen vom Ver 
waltungschef des Landes ausgewählt. Alle Mitglieder sollten zu den Gegnern des 
NS-Regimes zählen (ayant souffert dans leur per sonne, carriere ou biens du regime 
national-socialiste) u . Diese Mitgliederstruktur sollte verhindern, daß technische 
Sachzwänge das politische Ziel der Entnazifizierung überlagerten: Cette composition 
permet d'etablir un equilibre entre les considerations techniques et les considerati- 
ons politiques. Elle permet aux groupements allemands anti-nazis ... de faire enten- 
dre leur voix et de participer d'une fagon active ä la mise en place d’une Administra 
tion Allemande epuree 12 . 
Als 1. Instanz wurden auf Kreisebene Untersuchungsausschüsse (Delegation 
d'Instruction) eingerichtet, die die Arbeit der 2. Instanz, der Säuberungskommissio 
nen, vorzubereiten hatten. Sie überprüften die Angaben in den politischen Fragebö 
gen durch Vergleich mit den Personalakten und aufgrund eigener Ermittlungen; sie 
durften Zeugen befragen und den Betroffenen vorladen. Sie beurteilten, ob die Per 
son unter die automatische Entlassungsliste des SHAEF-Handbooks fiel. War dies 
der Fall, schloß der Untersuchungsausschuß die Ermittlungsakte ab und überreichte 
sie der Säuberungskommission. Wurde der Betroffene nicht automatisch entlassen, 
gab der Ausschuß die Akte zur Entscheidungsfindung an die 2. Instanz weiter. Säu 
8 Rapport, 31.12.1945; Laffon, 19.9.1945 (Anm. 1 u. 5). 
9 Laffon verwies auf den Anhang A, B u. D der Sektion V des SHAEF-Handbooks. 
10 Ebd. 
11 Falsche Interpretation bei Grohnert, S. 60. 
12 Rapport, 31.12.1945 (Anm. 1). Siehe auch: CCFA: "Zone fran^aise d’occupation: Resultats six mois 
d'occupation”, März 1946; MAE Y 1944-49 d.435/85ff.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.