Full text: Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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scheides vorgenommen 48 , andere betrafen Personen, die in den Internierungslagern 
festgehalten worden waren 49 . 
Die bisher durchgeführten Maßnahmen konnten weder Laffon noch das Außenmini 
sterium in Paris überzeugen - beide drängten Grandval auf eine konsequentere Poli 
tik. Das CGAAA wies ihn Ende August darauf hin, daß die Ausweisungen unbedingt 
vor der wirtschaftlichen Angliederung des Saarlandes an Frankreich abgeschlossen 
werden müßten 50 . Auch nach Laffons Auffassung sollten die Entnazifizierung und 
die Ausweisungen stärker vorangetrieben werden - er bezeichnete die bisherigen Re 
sultate als vollkommen unzureichend. General Koenig habe ihn beauftragt, dafür zu 
sorgen, daß alle unerwünschten Personen, die nach 1935 in das Saarland gekommen 
waren, ausgewiesen würden. Als unerwünschte Nicht-Saarländer seien folgende Per 
sonengruppen anzusehen: höhere Parteibeamte der NSDAP, anti-französisch einge 
stellte Personen sowie alle, die durch ihre einflußreiche Stellung in der Zukunft für 
die französischen Ziele gefährlich werden könnten: II faut entendre par indesirable 
les cadres nazis et ceux qui meneront une action antifrangaise ainsi que les person- 
nalites qui par leur inßuence pourront dans avenir rendre difficile maintien sarre 
dans union frangaise 51 . Laffon forderte Grandval dazu auf, binnen Monatsfrist die 
nötigen Maßnahmen einzuleiten: Vous donne comme instructions formelles de pro- 
ceder dans le delai d'un mois ä un nombre d'expulsions teile que le rattachement 
economique de la Province ne soit pas compromis par l'insuffisance de l'epuration 52 . 
Grandval bestätigte Laffon, daß er in dieser Frage völlig mit ihm übereinstimme 
(notre parfaite communaute de vue). Parallel zur Entnazifizierung würde er jetzt die 
Ausweisung aller Nicht-Saarländer vorangetreiben, die durch das Entnazifizierungs 
verfahren entlassen worden waren: Je procederai donc, en meme temps que progres- 
sera l'epuration, ä l'expulsion hors de Sarre des Allemands non originaires de cette 
48 So wurden am 13. März 1947 die Epurationsbescheide von zwei Ingenieuren, Angehörigen der Ver 
waltungskommission, veröffentlicht, die mit dem Verbot der Niederlassung im Saarland belegt worden 
waren. Am 25. September 1947 wurde der Epurationsbescheid gegen einen Arzt, Mitglied der Ärzte 
kammer Saar, veröffentlicht, der auf "Ausscheidung, Ausweisung" lautete; ABl-Saar Nr. 12/47 
(13.3.1947), S. 61, u. Nr. 45/47 (25.9.1947), S. 387. 
49 In den Monaten August bis Oktober 1946 wurden nach Überprüfung durch die "Commission de 
Triage" sechs Ausweisungen vorgenommen; GMSA: "Rapport detailte aoüt-septembre-octobre 1946"; 
LA SB Handelsamt 9. Laffon meldete Ende August 1946 dem CGAAA, daß alle Internierten des 
Saarlandes, bis auf die bei Aufräumungsarbeiten in Saarbrücken beschäftigten, in die Internierungsla 
ger im Rheinland und der Pfalz überführt worden seien; CCFA/CAB/C 5962: Laffon an das CGAAA, 
25.8.1946; MAE Z EU/Sarre 1944-49 d. 18/41. Die Aussagekraft des Schreibens muß bezweifelt wer 
den: Zum einen wurde in keinem anderen Schriftstück dieser Sachverhalt nochmals erwähnt, zum an 
deren dürfte es nur sehr wenige Internierte gegeben haben, die nicht zur Arbeit herangezogen wurden. 
50 CGAAA/POL 303: De Leusse: Telegramm "ä I'attention du Gouverneur Sarre", 23.8.1946; AP GG 
d.7-U. 
51 Grandval solle ihm die ungefähre Zahl der davon betroffenen Personen mitteilen, damit diese Angele 
genheit so bald wie möglich mit der Regierung in Paris beraten werden könne; CCFA/CAB/C 6036: 
Laffon an Grandval, 28.8.1946 (Telegramm); AP GG d.7-U. 
52 An das CGAAA schrieb Laffon, daß er Grandval dazu aufgefordert habe, activer au maximum expulsi- 
ons de Nazis notoires et indesirable s\ CCFA/CAB/C 5962: Laffon an das CGAAA, 25.8.1947; 
CCFA/CAB/C 5947: Laffon an Grandval, 24.8.1946; MAE Z EU/Sarre 1944-49 d.18/41 u. AOFAA 
Laffon c.13.
	        
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