Full text: Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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et la direction de l'economie d'elements allogenes qui ont toujours suscite les 
plaintes de la population 8 
Als Saarländer sollten nur noch diejenigen Personen gelten, die bestimmte Kriterien 
bezüglich Herkunft und Wohnort erfüllten; nur sie sollten künftig Stellen in der öf 
fentlichen Verwaltung besetzen können 9 . Soweit möglich sollten Ausweisungsmaß 
nahmen der Entnazifizierung folgen: L'epuration sera, d'autre part, des que les cir- 
constances le permettront, suivie de iexpulsion, si possible au-delä du Rhin, de tous 
les elements indesirables ayantfait l'objet de sanctions l0 . 
Die Umsetzung der Saar-Direktive 
Die Saar-Direktive wurde am 24. September Generalverwalter Laffon überreicht. 
General Koenig trug ihm auf, Durchführungsbestimmungen zu entwerfen. Erst An 
fang November 1945 gab Laffon den Auftrag an seinen Generaldirektor für Verwal 
tungsfragen, Maurice Sabatier, weiter: Der Zeitpunkt für die Ausarbeitung konkreter 
Pläne sei gekommen 11 . Unter anderem sollten die Bedingungen für eine schnelle und 
effektive Entnazifizierung an der Saar (singulierement plus energique en Sarre que 
dans les autres Provinces) geprüft werden 12 . Gegenüber Gouverneur Grandval hob 
Laffon den besonderen Charakter der saarländischen Entnazifizierung hervor: Je lui 
indiquais que nous devions, avant tout, nous attacher ä une epuration rapide, que lä, 
plus qu'ailleurs, l'elimination des hauts postes economiques des allemands nazis ou 
prussiens s'averait indispensable 13 . Eine Ausweisung solle bei denjenigen Personen 
in Frage kommen, deren weiterer Verbleib im Saarland eine Gefahr für die französi 
sche Politik darstelle: ... que des mises en residence surveillee nombreuses devraient 
etre decidees pour ecarter de cette region les allemands ä l'egard desquels une 
8 CIAAA, 25.8.1945 (Anm. 2). 
9 Neueinstellungen erfolgten nur, wenn der Bewerber saarländischer Herkunft war oder ernste Bindun 
gen zur Saar vorweisen konnte, teilte Grandval im April 1946 Regierungspräsident Neureuter mit; LA 
SB RP 12/46. 
10 CIAAA, 25.8.1945 (Anm. 2). Verdier hatte bereits in seiner Denkschrift vom November 1944 eine 
Ausweisung aller unerwünschten Personen (elements indesirables) und ihre Enteignung zugunsten der 
saarländischen Verwaltung vorgeschlagen; Abel Verdier: "La s&uritd de la France et la question sar- 
roise. La France sur le Rhin. L£gitimit6, forme et but du r6gime special ä appliquer ä la Sarre. La pr6- 
paration de l'introduction du r6gime sarrois", o.D. (November 1944) (16 Seiten); MAE Z EU/Sarre 
1944—49 d.10/1-17. 
11 Der Kabinettsdirektor General Koenigs, Henri Navarre, berichtete Koenig am 27. Oktober 1945, daß 
Grandval die Pariser Instruktionen nur zufällig durch den Generalsekretär des CIAAA, Marcel Berthe 
lot, in die Hände bekommen habe. Laffon rechtfertigte sich mit dem Hinweis auf Terminschwierigkei 
ten für sein geplantes Treffen mit Grandval; AOFAA CC POL K 3 p.44 u. LAFFON c.13. In seinen 
Erinnerungen beschreibt Henri Navarre seine Zeit in Baden-Baden: Le temps des vdrit^s. Paris 1979, 
S. 195 ff. 
12 In diesem Zusammenhang wollte Laffon Fragen zu den Bereichen der Entnazifizierung, demographi 
scher Verschiebungen, Behandlung der Emigranten sowie Kultur- und Wirtschaftspolitik von Sabatier 
erörtert wissen. Der Stellvertreter Sabatiers, Perier de F6ral, leitete die verschiedenen Sitzungen der 
daraufhin eingerichteten "Commission de coordination des questions concemant la Sarre" im Novem 
ber und Dezember 1945; CCFA/CAB/C 2794: Laffon an Sabatier, 6.11.1945; AOFAA LAFFON c.13 
u. AOFAA DGAP c.232 p.48. 
13 CCFA/CAB/C 2713: Laffon an Koenig, 6.11.1945; AOFAA CC POL III K 3 p.44.
	        

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