Full text: Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz und im Saarland unter französischer Besatzung von 1945 bis 1952

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Schaft von 2,75 Millionen Ende 1946 bedeutet dies, daß 10,9% der Bevölkerung 
durch ein Spruchkammerorgan überprüft worden waren. Von den 4.840 Minderbela 
steten wurden bis auf 31 alle am 1. April 1950 als Mitläufer eingestuft. 
Tabelle 36: 
Ergebnisse der Entnazifizierung in Rheinland-Pfalz (Stand 31. März 1950): 158 
Insgesamt 
% 
Hauptschuldige 
5 
0% 
Belastete 
440 
0,2% 
Minderbelastete 
4.840 
2,3% 
Mitläufer 
18.474 
8,8% 
Entlastete 
711 
0,3% 
VO 92 
42.309 
20,4% 
VO 133/165 
139.478 
66,4% 
Einstellungsbeschlüsse 
3.829 
1,8% 
Insgesamt; 
210.087 
100% 
Im Vergleich der Ergebnisse der Pfalz zum Gesamtergebnis im Land Rheinland- 
Pfalz 158 159 zeigt sich eine geringe Abweichung beim Anteil der Minderbelasteten, der 
Mitläufer und der Amnestierten an der Gesamtzahl der Entnazifizierten. Während im 
Landesteil Rheinland-Hessen-Nassau der Anteil der Amnestierten um die 93% be 
trug, kamen in der Pfalz nur 80% in den Genuß der verschiedenen Amnestiemaß 
nahmen. Entsprechend war hier der Anteil der Minderbelasteten und Mitläufer um 
fast 1% beziehungsweise 3% höher als im Landesdurchschnitt. Als Ursachen hierfür 
lassen sich die restriktivere Kontrollpraxis der Militärregierung in Neustadt und das 
fortgeschrittenere Stadium der Entnazifizierung in der Pfalz zum Zeitpunkt des In 
krafttretens der LVO nennen. 
158 LK: Kuraner, 8.5.1950; LHA KO 856 A/28. 
159 Die beiden Tabellen lassen sich nicht nur wegen des unterschiedlichen Abschlußdatums nicht direkt 
miteinander vergleichen. Die pfälzische Statistik war ursprünglich auf den Zeitraum vom Anfang der 
Säuberungsmaßnahmen 1945 bis Ende 1950 berechnet (die Tabelle 36 dagegen umfaßt nur die 
Spruchkammerurteile 1947-1950) und wurde vom Autor für die Gegenüberstellung verändert (vorher: 
Nichtbetroffenen-Bescheide Pfalz: 116.944, dito RLP: 89.476; die geringfügigen ZSK-Bescheide 
(5.535) wurden den Amnestien dazugerechnet).
	        

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