Full text: Studien zum Meistersinger Jörg Schiller

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Meister Med (er) in der Rai Bi gen Fremdweis: 
III 3 fol 13 
Meisterlied (er) in seinen Tönen: 
M 1009 Stadtbibi. Breslau (= Adam Pu schm ans Singe¬ 
buch) 
Leider stammen nun alle soeben bezeichneten Gedichte 
nicht von J. Sch. Aus den angeführten Hss. kommen im gan¬ 
zen 16 Gedichte in Betracht, wenn man die Hs. M 1009 außer 
acht läßt, die hauptsächlich die Melodien der Meistersinger 
überliefern will. Davon sind 9 von Hans Sachs, 1 von Ambro¬ 
sius Österreicher, 1 von Adam Puschman und 1 ist „D. D. 
St.“24) unterzeichnet. Die Raißige Freudweis aber ist gar 
keine Weise J. Schs., sie stammt (was auch für die Hs. III 3 
fol 13 gilt und aus ihr einwandfrei hervorgeht) von Jörg 
Scheclmer. Dessen Name erscheint 4 mal in der Hs., und zwar 
in den graphischen Formen: J. Schechr, J. Scherr, J. S. und1 J. 
Schecher25). Davon ist „J. S.“26) in keinem Fall ails Jörg 
Schiller aüszulegen, und auch die Form ,.J. Scherr“ kann in 
diesem Zusammenhang nicht „Jörg Schiller“ bedeuten.27) 
Von den Dichtungen Jörg Schillers sind uns somit heute 
24) Dichts Daniel Steichelin? s. Fr. Keinz (s. u. A. 26) S. 171. 
25) Das „n“ wird also in dem Namen beharrlich ausgelas¬ 
sen; das geschieht jedoch oft. Man vergl. für andere Meister¬ 
singernamen den des Fritz Zorn. 
26) Wie es einmal auch Fr. Keinz („Aus der Augsburger 
Meistersingerschule. Ein gelehrter Meistersinger und sein Lieder¬ 
buch“ in den „Sitzungsberichten der phik>s.-phiilbl. und hist. 
Klasse der k. bayr. Akademie der Wissenschaften“ 11893, II Bd-, 
S. 172 und 175,44) will. 
27) A. Puschman (im „Singebuch“) kürzt einmal den Namen 
unseres Dichters in folgender Verbindung so ab: „Pns Schlers 
Meienweise“. Hier ist unzweifelhaft J. Schiller gemeint, was leicht 
auf Grund der angegebenen Melodie zu erkennen wäre, auch wenn 
nicht gleich darauf zweimal sein Name richtig ausgeschrieben wor¬ 
den wäre. Vergl. hierüber die Hs. (M 1009, Breslau) selbst und 
E. Bohn, Die musikalischen Hss. des 16. und 17- Jhdts. in der 
Stadtbibi, zu Breslau, Breslau 1K90. 
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