Full text: Studien zum Meistersinger Jörg Schiller

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deke 12 Gedickte mit Anfangszeile, Titel und Aufbewahrungs¬ 
ort an, von denen er annimmt, daß sie ‘Werke J. Schs. sind50). 
— «K. Bartsch56 57) weiß, daß der Name J. Sch, ein bei den späte¬ 
ren Meistersingern sehr bekannter ist; er zählt seine ihm be¬ 
kannten Gedichte und Töne auf und erklärt in dem Abschnitt 
„Der Schreiber d. Kolm. Hs.“: „Wir dürfen annehmen, daß er 
(i. e. der Schreiber d. Kolm, Hs.) älter als die im nachstehenden 
zu nennenden Meistersinger (das sind eben der Keiner und J. 
Sch.) ist, von denen er nichts in seine Sammlung aufnahm“. 
Nach dem,was Bartsch sonst über die Kolmarer Hs. sagt, setzt 
er damit J. Schs. beginnnde dichterische Wirksamkeit um die 
Mitte des 15. Jhdts an. — G. Roethe58) widmet J. Sch. in der 
A. D. B. einen eigenen Artikel und berichtet, daß J. Sch. ein 
Meistersinger des 15. Jhdts. sei, der jedenfalls schon vor 1476 
gedichtet haben müsse; über sein Leben ist ihm nichts bekannt, 
vermutlich sei er Fahrender gewesen, aus dein östlichen Schwa¬ 
llen stammend. Darauf gibt er in wenigen Zeilen eine gedräng¬ 
te Übersicht der ihm bekannten dichterischen Vorwürfe J. Schs. 
— Auf diesem Artikel basieren die biographischen Vorbemerk¬ 
ungen, die Alfred Götze als Herausgeber des Zwickauer Facsi- 
miledrucks nr.2559) (es ist das J. Schi Iller sehe Gedicht: „Es fügt 
sich in des rneyen zyt“, Straßburger Druck) macht. — Daneben 
wird unser Meistersinger mehr oder weniger kurz erwähnt bei 
vater in der ewigkeit“). Vergl. auch Anhang II dieser Arbeit. Außer¬ 
dem findet sich bei Liliencron unter Nr. 142 noch ein Lied von Veit 
Weber: „Mein herz ist aller fröuden voll“ vom Jahre 1476. 
56) Diese wichtige Zusammenstellung wird uns noch im 2. Ka¬ 
pitel beschäftigen. 
57) K. Bartsch, Meisterlieder der Kolmarer Hs. herausgeg., 
Stuttgart 1862 (StLV68), „Einleitung“ S. 186f. 
58) A. D. B. XXXI, 210 i G. Roethe), 1890. 
59) Zwickau 1913, b. F. Ullmann. Beide Autoren verzichten auf 
wissenschaftliche Begründung in dem ganz engen Rahmen ihrer Aus¬ 
führungen, sondern stellen nur fest. Außerdem hat Roethe offenbar 
nur die in den Neudrucken zu seiner Zeit bekannten Gedichte J. Schs. 
gekannt; sie allein verwendet er jedenfalls zu einer knappen Charak¬ 
teristik des Dichters.
	        

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