Full text: Zur Entwicklung und Bedeutung des deutschen Meistergesangs im 15. und 16. Jahrhundert

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Anhang. 
Der Meistergesang inder deutschenDichtung 
des 1 9. Iahrhunderts. 
Das Interesse der neueren Zeit am Meistergesänge beschränkt 
sich säst ganz auf die Gestatt des Hans Zachs. Nach der ersten 
Ehrenrettung des in Verunglimpfung Gefallenen durch Zalomon 
Kanischh hat vor allem Goethes Gedicht „Hans Zachsens 
poetische Zendung" die Erinnerung an den alten Meister neu 
geweckt, hier finden wir im Nahmen gleichsam eines Dürer- 
schen Holzschnitts Zachs mitten in seine Zeit hineingestellt,' hier 
erscheint seine tiefe herzliche Anteilnahme an lvelt und Menschen 
und ihre humorvolle Widerspiegelung in seiner Kunst, allum¬ 
fassende Liebe und philosophischer Weitblick und als letzte Nundung 
und Vollendung das Glück einer neuen Liebe. Nur Ein wichtiger 
Zug fehlt neben der poetischen Zendung: die evangelische Zendung 
Sachsens). 
Wie Goethe selbst durch Zachs und seine Verskunst ange¬ 
regt wurde - ich erinnere an die „Legende", an „Pater Brey", 
„Zatpros", „Urfaust", an kleinere Gedichte und Briefe') - ,so 
hat er andrerseits auf den Weimarer Kreis eingewirkt. Wieland 
pries den alten Dichter in begeisterten Worten, 5- 3- B er tu cf) 
gab Proben des „teutschen Meistersängers" heraus (1778),- häß- 
lein folgte mit einer weiteren Auswahl (1781); Büfching ver- 
') ÏÏÏ. Sal. R a n t j d), historisch-kritische Lebensbeschreibung Hans 
Sachsens, Rltenburg 1765. 
*) Entschuldigend Goetze, Goethe u. h. Sachs, Ber. d. Freien deutschen 
Hochstifts z. Frkf. a. RI., Neue Folge, 11. Bb. (1895) S. 19* *. 
3) Georg Wahl, h. Sachs u. Goethe, Jahresber. üb. d. Stadt. Real- 
gymn. z. Loblenz 1892, 5. 3—24; 1893, S. 3—24.
	        

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