Full text: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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und der 3. Faktor sind die Beschuldigten und ihre Vertheidiger, Sie 
können dann noch verlesen lassen, was Sie wollen." 
Bachem: „Das Jnkriminirte hat doch nur das öffentliche Ministe¬ 
rium zu bezeichnen; dadurch wird der Vertheidigung das Material ge¬ 
geben, gegen welches sie sich bei der Vertheidigung zu wenden hat." 
Präs.: „Ich werde den Herrn Staatsprokurator weiter fortfahren 
lassen und nach Schluff das verlesen lassen, was mir nöthig erscheint." 
Linz: „Noch eine kllrze Bemerkung: Ich habe, bevor ich begonnen, 
erklärt, das; seitens des Herrn Oberprokurators aus alle ausgeschiedenen 
Briefe kein Werth gelegt werde, und damit wird die Bemerkung des Herrn 
Anw. Simons erledigt sein. Was die Bemerkung des Hrn. Adv. Bache m 
betrifft, so hat der Herr Präsident Alles aufzuklären, was er für die 
Sache wichtig hält." 
Präs.: Der Ausdruck ,,'nkriminirt" ist meinerseits ungenau und 
inkorrekt gewesen. Ich werde Ihnen sagen, was mich bei der Auswahl 
der Briese geleitet hat. Ich habe unberücksichtigt gelassen, ob dieselben 
be t a st e n d oder ent l a st e n d waren ; nicht allein für das „s ch u l d i g", 
sondern auch für da? „nichtschuldig" habe ich das Material gesam¬ 
melt. Es ist nun deffhalb nicht zweckmäffig, wenn der Staatsprokurator 
einzelne der Briefe auslassen würde. Ich glaube, daff es zweckmäffig 
ist, wenn wir auf die eingeschlagene Weise fortfahren." 
Simons: „Nach dieser Mittheilung wird die Sache vollständig 
aufgeklärt." 
Präs.: „Ich glaubte, das voraussetzen zu können." 
Simons: „Also nur die Stellen sind inkriminirt, 
welche hier vorgelesen sind?" 
Bachem: „Der Vertheidigung wird es doch selbstoerständl.ch über¬ 
lassen sein, auch noch ihr bekannte Punkte aus den Akten, 
die noch nicht verlesen sind, anzuziehen?" 
Linz: „Es handelt sich hier nur einstweilen um die Briese ; bezüg¬ 
lich der Broschüren muff ich das dem Hrn. Oberprokurator überlassen." 
Oberpr.: „Wir haben es hier mit einer Zuchtpolizeigerichtsver- 
handlnng und nicht mit einer Assisenverhandlung zu thun ; bei der ersteren 
hat das Gericht zu erläutern, was zur Ausklärung zweckmäffig ist. Das, 
was in der Verhandlung vorgekommen ist, kann aber auch selbstver¬ 
ständlich zum Gegenstände der Anklage gemacht werden." 
Darauf werden Briefe und ein Protokoll, welches derNedak-
	        

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