Full text: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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daraufhin wurde ihm vom Untersuchungsrichter das Geld zurückgesandt. 
Es finden sich vor Briefe aus allen Theilen Deutschlands, auch aus 
Italien und Belgien; ein Oesterreicher spricht seine besondere Freude 
darüber aus, daß die Mutter Gottes in jenem Lande erschienen, in welchem 
der Kampf entbrannt sei. — Es liegen noch viele andere Briefe vor, deren 
Absender nicht sagen, daß sie die dem Pastor Neue. entstehenden Un¬ 
kosten vergüten wollen; auf diese Briefe legt das öffeniliche Ministerium 
keinen Werth und weroen dieselben darum nicht verlesen. 
Dann werden Abschriften von Eingaben, Beschwerden rc. 
verlesen, welche meistens von Pastor Neur. geschrieben und in der 
Redaktion der ,Germ/ in Berlin mit Beschlag belegt worden sind- 
Daraus wird eine chronologische Zu sam inen stell ung der in Mp 
vorgefallenen Erscheinungen, Heilungen rc. verlesen. Darunter befindet 
sich auch eine Notiz, für den 13. Jali 1876 sei ein besonderes 
Zeichen angeküudtgt gewesen. 
Präs. hebt hervor, daß an diesem Tage das Militär eingerückt, 
aber nichts gegen dasselbe und überhaupt nicht in irgend einer andern 
Weise etwas Besonderes geschehen sei. 
Dicke, voit welchem diese Notizen herrühren, hat diese Notiz über „das 
große Ereigniß" von Neur. erfahren; er bemerkt aber, die Kinder hätte» 
es bestritten, daß sie diese Aeußerung je gemacht hätten. 
Dr. Thömes bemerkt, daß er schon in seiner Broschüre gesagt 
habe, jene Aeußerung sei von Erwachsenen der Mutter Gottes i n 
den Mund gelegt worden; er liest einen Brief vor, in welchem 
der Past. Neur. dasselbe ihm am 18. Januar 1877 geschrieben hat. 
Thömes hebt ferner hervor, daß in diesem Briefe des Past. Neur. 
eine Aeußerung vorkommt, welche dessen bona fides (guten Glauben) 
beweist, und da ein Theil der Presse die den Beschuldigten g ü n st i g e n 
Thatsachen nur sehr spärlich mittheilt, so liest er die ganze Aeuße¬ 
rung vor, wobei er bemerkt, er hoffe von der Wahrheitsliebe der 
anwesenden Berichterstatter, daß sie diese ganze Aeußerung 
wörtlich mütheilen. Die betreffende Stelle lautet: 
„Seit die Kinder aus der Marianenanstalt herausgegangen sind, 
sind sie nicht mehr in den Wald gegangen, denn die Männer haben 
thuen gesagl, wenn sie wieder in den W.cko gingen, bekämen sie 13 
Jahre Zuchthaus. Das scheint mir aber nicht der Grund zu sein. 
Wenn die Kinder sich hingezogen fühlten, würden sie doch noch heimlich
	        

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