Full text: Der Marpinger Prozess vor dem Zuchtpolizeigericht in Saarbrücken

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Verth. Bach ein macht darauf aufmerksam, daß dies vor dem 13. 
Juli gewesen sei, da ja schon am 13. das Militär da war und die 
Quelle geschlossen wurde. 
Präs, zum Zeugen Hamann: „Ihr habt früher gesagt, die 
Frau Schulz fei eine bigotte Frau. Wie ist das?" 
Zeuge Hamann: „Ja, sie ist eine sleißige Kirchengängerin." 
Präs.: „Also am 13. hat die Frau keine Silbe von Marpingen 
gesagt?" 
Zeuge: „Nein". 
Christian Schröder, 33 Jahr alt, Kreis-Schul-Jnspektor in 
Merzig, früher in St. Wendel. Der Zeuge hat früher Erwähnung ge¬ 
than, daß schon einige Wochen vor dem 3. Juli zu seinen Ohren ein 
Gerede gekommen sei über eme wunderbare Erscheinung, welche dem > 
Pastor Schwaab passirt sein solle; der Oberförst r habe ihm, als sie 
an einer geschälten Fichte vorbeigekommen, erzählt, dort hab: Pastor 
Schwaab ein Frauenzimmer gehen sehen, welches plötzlich verschwunden 
sei. Ein Wirbelwind sei entstanden, und die Fichte habe da gelegen 
wie sie jetzt da liege. Das sei 4 bis 5 Wochen or der Marp. Geschichte 
passirt. — Ueber die angebliche Erscheinung in der Schule während des 
Unterrichts hat der Zeuge selbst keine Ermittelung angestellt; er hat die 
Lehrerin Andre zu sich beschieden, welche ihm erklärte, daß am 27. Juli 
die Mutter Gottes in der Schule erschienen sein solle. Die Lehrerin 
habe den Kindein gesagt, sie dürften nicht mehr davon sprechen. Am 
28. sollte die Mutter Gottes wieder» a erschienen sein; die Kinder hatten 
es der Lehrerin nach der Schule mitgetheilt. Der Zeuge hat der Lehrerin 
— er glaube, in Gegenwart der Kinder — gesagt, sie solle dieselben, 
wenn sie Erscheinungen hätten, hinausweisen. Die Lehrerin habe ihm 
mitgetheilt, die Kinder seien vollständig aufmerksam. Zeuge hat dies 
nicht geglaubt. Er hat sich selbst davor überzeugt, daß die Kinder ^in 
blasses Aussehen hatten. 
Der Präs, verliest eine'Stelle aus der Broschüre von Dicke, wo¬ 
rin beschrieben wird, daß die Kinder einen sehr harten Tag hatten, 
und er meint, ans dieser Darstellung gehe hervor, daß das Hand- 
ausiegen rc. recht mühsam gewesen sei, und daß wohl in Folge 
dessen die Kinder blaß ausgesehen hätten; dann ersucht er den Zeugen 
Schröder, als Pädagoge zu sagen, ob er es für möglich eracht?, daß, 
wenn eine Erscheinung v o r g e k o in in e n sei, doch die A u f-
	        

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