Full text: Geschichte der evangel. Gemeinde Alt-Saarbrücken

Item wurde auch eine Specification gefordert, an welche Landarmen 
das von gnädigfter Herrfdiaft gegebene Geld ausgeiheilet worden, 
fammt einem Regiftcr derer Haus- und Landarmen. 
In dem den 4, September 1721 gehaltenen Convent wurde befohlen, 
nidit allein die Flucher mit ernfter Kirchenftrafe anzufehen, fondern 
auch diejenigen Unordnungen, weldie bei denen Todtenwadien Vorgehen, 
da bisher die jungen Burfdie, Mäddien und Kinder allerlei Üppigkeiten 
dafelbften zu treiben gewohnt gewefen, fo abzuftellen dah ins Künftige 
nur etlidie wenige junge oder alte Leute, weldie dazu berufen werden, bei 
denen Todten wadien follen, und follen die Ccnfores auf deren ’Aus¬ 
führung genaue Achtung geben, und wenn fie fich nicht in der ge¬ 
bührenden Ordnung verhalten, folche fobald dem Pfarrer anzeigen, 
damit fie nidit nur erinnert, fondern audi nadi Befinden zur Kirdien- 
ftrafe mögen gezogen werden. So weit hat es der Teufel bei fo- 
genannten evang. Chriften gebracht, dalj fie audi an dem Orte, wo man 
fich feiner Sterblichkeit und der darauf folgenden feligen oder unfeligen 
Ewigkeit erinnern Tollte, vor Muthwillen und Sünden nicht haben ruhen 
können, woraus leidit zu fchliehen, wie cs bei Gefunden und Leben¬ 
digen hergegangen. 
Im September 1723 gehaltenen Kirchen-Convent wurde infonderheit 
anbefohlen, die Bettags-Predigten-Verfäumer 1) mit Worten, 2) mit 
Geld zu beftrafen, und wo fie fich weigerten, 3) foldies der Kanzlei 
anzuzeigen. 
Was auf denen übrigen Kirchen-Conventibus in nadifolgenden Jahren 
paffiret, kann ich nicht mehr wiffen, weillen die Papiere davon mir ver¬ 
loren gegangen. Nun bemerke de novo, wie in dem den 12. Martii 
1733 gehaltenen Kirdien-Convent auf Anhalten fonderlidi unferer derer 
Dorfpfarrer die zwei von hochfürftlicher Durchlaucht anbcfohlene und 
in denen agendis ccclefiaftids enthaltene fynodi oder conventus mit 
Unterlaffung derer bisherigen Colloquiorum fraternorum, als weldie 
uns mühfam und koftbar gefallen, find fcftgefetd und ftipuliret worden. 
Auch wurde die Pfarrwitwen-Redmung abgeleget und juftificirt, auch 
52
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.