Full text: Geschichte der evangel. Gemeinde Alt-Saarbrücken

„Es haben aber,“ wie er felbft ichreibt, „die Katholiken einen folchen 
Lärm bei dem Bifchof von Mcij gemacht, dalj dcrfclbe fich unterwunden, 
mir einen gar empfindlichen Brief zu fchreiben, foda£ mich zuietjl viele 
Urfachen bewogen, von dem angefangenen Werk abzulaffen.“ Damit 
blieb die Kirche in St. Johann den Evangelifchen verloren. Der evan- 
gelifche Pfarrer von St. Johann predigte, taufte und traute in den 
nächften 30 Jahren in der Schlo^kirche zu Saarbrücken, 
Erft im Jahre 1725, als die Zahl der Bewohner fich vermehrt hatte, 
faljte die evangelifche Bürgerfchaft von St. Johann den Plan, 
ein eigenes Gotteshaus zu erbauen und führte ihn mit Unterftühung 
des Grafen Friedrich Ludwig aus. Der Grundftein wurde am 4. April 
1725 gelegt und die Kirche am Johannistage 1727 eingeweiht. Seit¬ 
dem diente die Schlo^kirche wieder dem Gottesdienft der Gemeinde 
Saarbrücken allein. 
6. DIE FÜRSTENZEIT 
Nach dem Tode des kinderlofen Grafen Friedrich Ludwig im Jahre 
1728 ging die Herrfchaft auf die fürftliche Linie Naifau-Ufingen über. 
Die Fürflin Charlotte Amalie, die für ihren unmündigen Sohn Wilhelm 
Heinrich die Regentfchaft übernommen hatte, lief; eine Unterfuchung der 
Zuftände in dem Saarbrücker Lande vornehmen. 
In einem Berichte des Kammerrats Schmoll vom Jahre 1729 fpricht 
fich diefer Beamte befriedigt über den Gottesdienft in beiden Städten 
aus, den er infolge der Anordnungen Ludwig Crato's gut eingerichtet 
fand. „Der hochfelige Graf Ludwig Crato ift fonderlich für Kirchen 
und Schulen beforgt gewefen, maljen er in feinem Teftament verfchafft, 
dalj feine fuccedierendc Erben und Nachkommen fich die Beftellung 
der Kirchen und Schulen mit tüchtigen Subjectis eifrigft angelegen fein 
laffen möchten, damit das Böfe, fo durch das verderbliche Kriegswefen 
eingefchlichen, durdi gute Erbauung und fleißigen Unterricht zu gutem 
Leben und chriftlichem Wandel je mehr abgefchafft werde.“ 
48
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.