Full text: Geschichte der evangel. Gemeinde Alt-Saarbrücken

in Trier zwei Glocken gekauft, von denen die eine 350 kg, die andere 
107 kg wog. Die Koften beliefen iich auf 2061 Frs.; die gefprungene 
Glocke wurde für den Metallwert angenommen. Die größere Glocke 
(e-Klang) trug das Bild der Jungfrau Maria und die Jahreszahl „Fan 
1730“, die kleinere (h-Klang) hatte die AufIchrift „Faite Tan 1813“ 
(gegolfen im Jahre 1813). Die Glocken gingen am 10. September 1813 
aut dem Wafferwege nach Saarbrücken ab. 
Aber auch die Ludwigskirche brauchte ein neues Geläute. Es wurden 
aus freiwilligen Beiträgen der Gemeinde zwei neue Glocken angefdiafft, 
die der Glockengießer Peter Lindemann in Zwcibrückcn gegolten hatte. 
Sie wurden am 28. November 1824 zum erften Male geläutet. Die 
größere Glocke wog 1908 Pfund, die kleinere 976 Pfund. Die 
größere Glocke, die vor dem Weltkrieg als Mittagsgfockc geläutet 
wurde, trug aut der einen Seile die Infchrift: „Was der Krieg zer- 
tlörte, ftellte im Frieden her die Mehrheit der cvangelifchen Gemeinde 
für die Ludwigskirche zu Saarbrücken. 1824, Pct. Lindemann, Zwei¬ 
brücken.“ Auf der anderen Seite Hand: 
„Nie verbreite dein eherner Mund 
Graun und Entfeßen, du Zeitbelehrerin! 
Nur tur uns die Stunden kund, 
Wie tchnell fie ttets entflieh’n.“ 
Der untere Durchmeftcr der Glocke betrug 1,20 Meter; der Ton 
ftimmtc etwas tiefer als f. Die kleinere Glocke hatte einen untern 
Durchmelfer von 0,96 Meter und ftimmte etwas tiefer als gis. Sic 
trug auf der einen Seite die Infchrift: „Gelüftet für die Ludwigskirche 
durch die Mehrzahl der evangelifchen Einwohner zu Saarbrücken.“ Auf 
der andern Seite Fanden die Verte aus Schillers „Lied von der Glocke“: 
„Zur Andacht, zu herzinnigem Vereine verfammle fie die liebende 
Gemeine.“ 
Damals wurde wahrtcheinlich die alte Glocke aus dem Jahre 1396 
von der Ludwigskirche nach der Schloßkirdie gebracht. 
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