Full text: Geschichte der evangel. Gemeinde Alt-Saarbrücken

Dec. 1754 und dem 29ten Dec. 1757 wonach die Kinder männlichen Geschlechts 
in des Vaters und die Kinder weibl. Gesdilcchts in der Mutter Religion er¬ 
zogen und dagegen keine pacta in Contrarium errichtet werden sollen, wie auch 
nach dem Inhalt jener Landesverordnung sich sträklich zu achten und nicht zu ge¬ 
statten, dass von denen Pfarrkindern dagegen gehandelt werde, sein Bewenden habe. 
Dem ohnerachtet schickt des Hermanns Wittib das Söhngen ihres reformirten 
Ehemanns, welches seit dem 21ten Juni a. c. das siebende Jahr angefangen 
hat, in die Evangelisch Lutherische Schule. 
Nachdem mir solches angezcigt worden, licss ich der Frau Hermannin am 6ten 
September sagen, ihr Söhngen gehöre in die reformirte Schule; sie antwortete: Ihr 
Mann hätte es also haben wollen, dass Ihr Kind lutherisch werden sollte, und 
Sie thue es izt nicht anderst, ich Hess ihr am 13. ejusd. sagen, Sie könte 
ihren H. Geistlichen darum befragen, die Eltern hätten hierinnen nichts zu Dis- 
poniren, es seye von Gnädigster Herrschaft reguliert und festgesetzt. Sie bleibt 
aber bey ihrem Vorhaben. 
Da nun durch solches eigenwillige Betragen unsere Schule und Kirche geschwächet, 
und wann die Gnädigste Landesverordnungen, welche auf die Ordnung und Auf¬ 
rechthaltung einer jeden Religion abzielen, nicht müssten befolget werden, unsere 
Gemeinde endlich gar verlösdnen müsste, so findet sich das reformirte Pres¬ 
byterium genöthiget, Ein hochfürstl. Consistorium unterthänig-gehorsamst zu 
bitten, dass die Frau Hermännin zu ihrer Schuldigkeit angewiesen und ernstlich 
angehalten werden möchte, ihr Söhngen in die reformirte Schule, wohin es doch 
von Rechtswegen gehöret, künftighin zu schicken. 
In Erwartung Gnädiger Willfahrung unsers unterthänigen Gesuches verharren wir 
mit unterthänigem Respect 
Saarbrücken Eines hochfürstl. hochvcrordncten 
am 4ten 8br 1784. Consistorii 
unterthäniger Director J. Ph. Zimmermann ref. Pfr. 
Froelich 
H. D. Cöster 
J. F. Ritter 
Carl Friedrich Weyl. 
100
	        
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